Unglaubliche willenskraft: doppelamputierter plant everest-besteigung

Rustam Nabiev, ein Mann, dessen Leben durch eine tragische Lawinekatastrophe tiefgreifend verändert wurde, stellt sich einer der größten Herausforderungen der Welt: die Besteigung des Mount Everest. Nach seiner bahnbrechenden Solobesteigung des Manaslu ohne Prothesen, wird der 41-jährige nun das höchste Ziel der Erde anvisieren – ein Unterfangen, das ihn an seine physischen und mentalen Grenzen bringen wird.

Ein leben voller wendungen: vom militärdienst zur alpinistischen meisterleistung

Vor elf Jahren erlebte Nabiev eine traumatische Erfahrung. Als Soldat in Omsk wurde er bei einem Lawinenunglück in einem Militärquartier schwer verletzt und verlor dabei beide Beine. 42 Soldaten waren betroffen, 23 fanden den Tod. Doch anstatt sich dem Schicksal zu ergeben, fand Nabiev im Sport eine neue Berufung. Er begann mit dem Eishockey für Behindertensportler, doch sein Ehrgeiz trieb ihn weiter nach oben, buchstäblich.

Nabievs Ziel ist es, alle Seven Summits zu bezwingen, die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente. Er hat bereits den Elbrus (2020), den Kilimandscharo (2022) und den Aconcagua (2023) erfolgreich bestiegen. Dabei bewies er eine unglaubliche Armkraft und Ausdauer. Die Manaslu-Besteigung, bei der er 34 Tage lang und unter Einsatz von über 105.000 Armbewegungen unterwegs war, demonstrierte eindrucksvoll seine Widerstandsfähigkeit. Er selbst beschrieb diese Erfahrung als einen Moment der tiefen Angst und emotionalen Erschütterung, als er am Gipfel stand und seine eigene Verletzlichkeit erkannte.

„Die Berge fragen nicht, wer du bist. Sie prüfen, ob du dich selbst überwinden kannst“, schreibt Nabiev auf seinem Instagram-Account, der mittlerweile fast 2,5 Millionen Follower hat. Seine Botschaften sind geprägt von der Philosophie des Durchhaltens und der Akzeptanz der eigenen Grenzen.

Die herausforderung everest: eine frage der vorbereitung und des willens

Die herausforderung everest: eine frage der vorbereitung und des willens

Die Öffnung der Khumbu-Eisstufe, die lange durch einen massiven Eisblock blockiert war, ermöglicht Nabiev nun den Zugang zu den verschiedenen Höhenlagern. Vor seiner finalen Gipfelattacke absolvierte er zur Akklimatisierung den Mera Peak (6.470 m). Die Unterstützung der Internationalen Boxorganisation (IBO) als Hauptsponsor seiner Expedition ist ein entscheidender Faktor, der es ihm ermöglicht, ein erfahrenes Team zusammenzustellen und die notwendige Ausrüstung zu beschaffen. Nabiev wird nicht der erste Doppelamputierte sein, der den Everest erreicht, aber er wird der erste sein, der dies ohne Prothesen tun wird.

Xia Boyu (2018) und Hari Budha Magar (2021) haben bereits diesen beeindruckenden Erfolg gefeiert. Doch Nabievs Weg ist einzigartig. Er demonstriert, dass körperliche Einschränkungen keine unüberwindbaren Barrieren darstellen müssen, wenn der Wille stark genug ist. Die Welt wird gespannt sein, ob er seine nächste gewaltige Herausforderung meistern wird und damit erneut beweist, dass wahre Stärke nicht im Körper, sondern im Geist liegt.