Unai simón: vom reservisten zum rückgrat der spanischen nationalmannschaft
Es begann mit einer Notlösung im Januar 2017: Unai Simón, damals ein junger, unbekannter Torwart des Athletic Bilbao, stand plötzlich vor der Chance, für den verletzten Kepa Arrizabalaga einzuspringen. Niemand ahnte, dass dieser Moment den Beginn einer außergewöhnlichen Karriere markieren würde, die ihn zum unumstrittenen Stammkeeper der spanischen Nationalmannschaft führen sollte.
Die frühen jahre: ein talent im schatten
Die ersten Bewährungsproben kamen in einer turbulenten Phase: Copa del Rey gegen Barcelona, Europa League gegen Apoel Nikosia. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten. Herrerín wurde ausgeliehen, Remiro sollte zurückgeholt werden – alles scheiterte. Ernesto Valverde sah jedoch das Potenzial in dem jungen Mann aus Vitoria und beförderte ihn in den Profikader. Mit 19 Jahren, 1,90 Metern und einer beeindruckenden Entschlossenheit betrat Simón die Bühne, obwohl er in dieser Saison noch nicht für das erste Team spielte.
Der Wechsel von Kepa zum Chelsea und die anschließende Leihe von Herrerín zu Elche schufen schließlich die Chance, die Simón eilig nutzen musste. Eine Saison als Stellvertreter folgte, doch er legte den Grundstein für seine spätere Dominanz. Seit nunmehr sieben Saisons ist Simón die unangefochtene Nummer eins in San Mamés – ein Beweis für seine harte Arbeit und sein Talent.

Der aufstieg in die nationalmannschaft: von der jugend bis zur em
Schon früh zeigte sich Simons Potenzial auch im Nationalteam. Bereits 2013 wurde er für die U16-Nationalmannschaft nominiert und bestritt dort sein erstes Länderspiel. Diese frühen Erfahrungen prägten ihn und ebneten den Weg für seine spätere Karriere. Der Zeitpunkt seines Debüts im Athletic-Trikot fiel zeitgleich mit Luis Enriques Amtsantritt als spanischer Nationaltrainer zusammen – ein glücklicher Zufall, der Simons Karriere entscheidend beeinflusste.
Luis Enrique erkannte das Talent des Basken und setzte auf ihn, obwohl viele andere Keeper favorisiert wurden. Nach einer Phase der Unsicherheit, in der er auch einmal vom DFB-Team ferngehalten wurde, etablierte sich Simón unter Luis de la Fuente als unumstrittener Stammkeeper. Er war Teil des Teams, das 2023 die Nations League gewann und spielte eine Schlüsselrolle bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft.

Ein rückgrat im tor: simons bedeutung für spanien
Unai Simón ist mehr als nur ein Torwart; er ist ein Anführer, ein Mentalitätsspieler und ein Symbol für die spanische Fußballnation. Seine Ruhe und sein Selbstvertrauen strahlen auf das gesamte Team aus. Er ist einer der erfahrensten Spieler im Kader und genießt das Vertrauen von Trainer und Mitspielern. Die Tatsache, dass er als erster Torwart des Athletic Bilbao zwei Weltmeisterschaften erleben wird, unterstreicht seine historische Bedeutung für den Verein.
Seine Leistungen bei Elfmeterschießen sind legendär: Von insgesamt 15 Elfmeterschießen in der Geschichte der spanischen Nationalmannschaft hat Simón sechs bestritten – mit gemischtem Erfolg. Doch seine Präsenz im Tor gibt dem Team die nötige Sicherheit, um auch in den nervenaufreibendsten Momenten bestehen zu können. Die letzte Aufnahme von MARCA zeigt ihn im Abschied von Carvajal – ein Bild, das die Verbundenheit und den Zusammenhalt im spanischen Team widerspiegelt.
Die Zahl spricht für sich: Simón hat mehr Elfmeter-Shootouts als jeder andere spanische Torwart erlebt. Ein Beweis für seine Zähigkeit und seinen unerschütterlichen Glauben an sich selbst. Er ist der Torwart, auf den sich Spanien in den entscheidenden Momenten verlassen kann – ein wahrer Rückhalt für die Roja.
