U19-europameisterschaft: südwest-talente auf titelkurs!

Mitten im Desaster der A-Nationalmannschaft bahnt sich ein Hoffnungsschimmer für den deutschen Fußball an: Die U19 kämpft sich mit südwestdeutschem Power zum EM-Titel. Acht Spieler aus der Region sind dabei und tragen maßgeblich zum Erfolg bei – ein starkes Signal für die Zukunft des DFB.

Die helden aus dem südwesten

Die helden aus dem südwesten

Der späte 2:1-Sieg gegen die Ukraine im Halbfinale war ein Nervenkitzel, der die Stärken der jungen Mannschaft unterstrichen. Angreifer Otto Stange, der das zwischenzeitliche 0:1 ausglich und letztendlich den Siegtreffer markierte, beschrieb die entscheidenden Momente: "Vor der letzten Flanke kam Francis Onyeka zu mir und meinte: 'Jetzt machen wir ein Tor!'" Diese Mentalität, gepaart mit dem taktischen Geschick von Trainer Christian Wörns, scheint der Schlüssel zum Erfolg zu sein.

Besonders hervorzuheben sind Stange und Onyeka, wobei letzterer in der kommenden Saison leihweise für den Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg spielen wird. Doch auch andere Talente aus dem Südwesten tragen ihren Teil bei. Florian Hellstern, der talentierte Keeper vom VfB Stuttgart, bewies seine Klasse zwischen den Pfosten und wird in der kommenden Saison an Zweitligist SpVgg Greuther Fürth verliehen. Sein Vertreter Enis Kamga, der für den 1. FC Kaiserslautern spielt und gegen Saisonende bereits Zweitliga-Luft schnupperte, komplettiert das starke Torhüterduo.

Die Fakten sprechen für sich: Drei weitere Südwest-Kicker, Luca Erlein (TSG Hoffenheim), Mirza Catovic (VfB Stuttgart II) und Rafael Pinto Pedrosa (Karlsruher SC), gehören zur Stammelf. Pinto Pedrosa, mit seinen 42 Zweitligaspielen, bringt bereits viel Erfahrung in das Team ein. Und auch die weiteren Hoffenheimer Talente – Jykese Fields, Luis Engelns und Tiago Poller – sind wichtige Bausteine für den Erfolg.

Die Erinnerungen an das Sommermärchen von 2014, als eine deutsche U19 um Joshua Kimmich den Titel gewann, sind noch lebendig. Ob sich auch diesmal wieder eine ganze Generation von Nationalspielern aus dem Kader hervortun wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Mit dieser Leistung und dem unbändigen Willen der jungen Spieler ist der EM-Titel durchaus im Bereich des Möglichen.

Das Finale gegen Spanien am Samstag verspricht ein spannungsgeladenes Duell zu werden. Spanien, das im Halbfinale mit 3:0 gegen Kroatien die Oberhand behielt, gilt als Favorit. Doch die deutsche U19 ist gewappnet und bereit, alles zu geben, um den Titel zu holen und so den Tiefpunkt der A-Nationalmannschaft zu vergessen. Die Hoffnung auf eine neue Generation deutscher Fußballer ist entfacht – und sie kommt aus dem Südwesten.