Tuchel-poker um bellingham: stammspieler oder nur joker bei der wm?

Die Fußballwelt hält den Atem an: Steht eine überraschende Personalentscheidung im englischen Nationalteam bevor? Nachdem Bundestrainer Thomas Tuchel bereits mit seiner Kadernominierung für die WM in Nordamerika für Aufsehen sorgte, wirft nun die Frage auf, ob Superstar Jude Bellingham überhaupt eine feste Größe im Team von „Three Lions“ sein wird. Ein Umbruch, der die Fans gleichermaßen überrascht wie polarisiert.

Die statistik lügt nicht: bellinghams veränderte rolle

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Seit Tuchels Amtsantritt im Januar 2025 stand der 22-jährige Mittelfeldspieler von Real Madrid lediglich viermal in der Anfangself. Dreimal kam er lediglich von der Bank. Ein krasser Gegensatz zu seiner Zeit unter Vorgänger Gareth Southgate, wo Bellingham fast gesetzt war. Diese Entwicklung nährt Spekulationen über ein angespanntes Verhältnis zwischen dem Trainer und dem jungen Star.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Im jüngsten Testspiel gegen Neuseeland trug Bellingham nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit stolz die Kapitänsbinde. Ein Zeichen dafür, dass Tuchel weiterhin auf das Potenzial des jungen Mannes setzt. „Man sieht, dass Jude definitiv über Entschlossenheit und Biss verfügt“, lobte Tuchel nach dem Spiel und attestierte seinem Spieler eine „Top-Verfassung“.

Unstimmigkeiten und das kapitänsamt: ein kompliziertes puzzle

Unstimmigkeiten und das kapitänsamt: ein kompliziertes puzzle

Die anfänglichen Differenzen zwischen Tuchel und Bellingham sind kein Geheimnis. Bereits im Juni 2025 äußerte sich der Trainer kritisch über Bellinghams Verhalten auf dem Platz nach einer Testspiel-Niederlage. Eine Äußerung, für die er sich später entschuldigte. Auch im November des vergangenen Jahres kam es zu einer Auseinandersetzung, als sich Bellingham über seine Auswechslung im Qualifikationsspiel gegen Albanien beschwerte. Diese Vorfälle lassen vermuten, dass Tuchel Bellingham nicht bedingungslos vertraut. Er scheint einen Spieler zu suchen, der sich seinen Platz im Team verdient – und das bedeutet für Bellingham, sich ständig neu zu beweisen.

Interessant ist auch die Entscheidung Tuchels, Declan Rice zum Vize-Kapitän zu ernennen. Ein Zeichen dafür, dass der Trainer auf erfahrene Kräfte setzt und Bellingham möglicherweise nicht als Führungsfigur sieht. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist ebenfalls groß. Mit Spielern wie Morgan Rogers von Aston Villa, der unter Tuchel bereits in 13 von 15 möglichen Partien zum Einsatz kam, hat Bellingham einen ernstzunehmenden Konkurrenten um einen Platz in der Startelf.

Zum Auftakt der Gruppe L trifft England am 17. Juni um 22 Uhr auf Kroatien. Ob Bellingham dann von Beginn an dabei ist, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Der junge Engländer wird alles daran setzen, Tuchel von seinen Qualitäten zu überzeugen. Denn ein WM-Titel ohne Jude Bellingham? Für die Fans wäre das ein bitteres Ende einer vielversprechenden Karriere.