Tuchel-debakel in der wm-halbfinale: effenberg schießt hart!
Die Enttäuschung in England ist riesig: Nach dem dramatischen Halbfinalaus gegen Argentinien gegen Argentinien steht Thomas Tuchel vor einem Sturm der Kritik. Der deutsche Trainer, der nach der WM noch eine Chance auf die Heim-EM 2028 hatte, muss sich nun heftige Vorwürfe anhören – und das mit Recht, wie Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg in seiner t-online-Kolumne deutlich macht.

Effenbergs urteil: „tuchel hat sich vercoacht“
Die Partie endete mit einem 1:2-Niederlage für die Three Lions, und Effenberg lässt keine Zweifel daran, dass Tuchel einen entscheidenden Fehler begangen hat. „Tuchel wird sich früher oder später eingestehen müssen, dass er sich da vercoacht hat“, schreibt der ehemalige Bayern-Star. Das Problem lag vor allem in den späten Auswechslungen des 52-Jährigen. In der 72. Minute brachte Tuchel den Verteidiger Ezri Konsa für den etatmäßigen Offensivspieler Anthony Gordon – ein Schachzug, der von vielen Fans und Experten nicht nachvollziehbar war. Nur zehn Minuten später folgte ein weiterer defensiver Wechsel: Nico O’Reilly ersetzte den verletzten Reece James, und Dan Burn kam für Mittelfeldmotor Declan Rice. Eine Umstellung auf eine Fünferkette rundete den fragwürdigen Auftritt ab.
Die Konsequenz: Argentinien nutzte die veränderten Strukturen und schlug kurz darauf doppelt zu, was England den Atem raubte. Tuchel selbst erklärte, er habe auf die Offensive setzen wollen, aber das Gefühl gehabt, dass dies nicht der richtige Weg sei. Effenberg kontert: „Das passt einfach nicht zusammen.“
Was dabei oft übersehen wird: Die Entscheidung, so spät im Spiel die Taktik zu ändern, war riskant und schlug fehl. Ein Vergleich mit Julian Nagelsmann, der mit dem DFB-Team im WM-Achtelfinale gegen Paraguay scheiterte und kurz darauf zurücktrat, wirft ein düsteres Licht auf Tuchels Situation. Bei einem so frühen Ausscheiden wäre Tuchel bereits ohne Job, so Effenberg. Doch Tuchel hat noch eine Chance, sich zu rehabilitieren – das Spiel um Platz drei gegen Frankreich am Samstag.
Ob Tuchel die Lehren aus dieser Niederlage ziehen und seine Mannschaft auf die anstehende Heim-EM vorbereiten kann, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt, und der Druck ist enorm. Die englischen Fans erwarten Antworten – und zwar schnell.