Tsv kottern: achterbahnfahrt der gefühle – von der hoffnung zur abstiegsangst
Der TSV Kottern – ein Name, der in der Bayernliga Süd in den letzten Jahren für Konstanz und Erfolg stand. Doch die aktuelle Saison gleicht einer turbulenten Achterbahnfahrt, die die Fans und Verantwortlichen gleichermaßen in Atem hält. Von einem Horrorstart über einen Hoffnungsschimmer bis hin zur wiederkehrenden Abstiegsangst – die Allgäuer erleben eine Saison, die ihresgleichen sucht.
Ein fehlstart, der schmerzlich traf
Nach Jahren im oberen Mittelfeld präsentierte sich der TSV Kottern zu Beginn der Saison 2023/24 von einer Seite, die kaum jemand erwartet hätte. Fünf Punkte aus zehn Spielen – eine Bilanz, die den Trainer Martin Dausch letztendlich das Vertrauen der Vereinsführung kostete. Die Defensive wirkte alles andere als stabil, 16 Gegentreffer in lediglich vier Spielen zeigten deutlich, wo die größten Probleme lagen. Es war klar: Ein Umbruch war nötig.

Andreas maier krempelt die abwehr um
Mit der Verpflichtung von Andreas Maier als neuen Coach kam frischer Wind in die Mannschaft. Maier machte es sich zur Aufgabe, die Abwehr zu stabilisieren und die Gegentore zu reduzieren. Und tatsächlich schien die Strategie aufzugehen: In den acht Spielen bis zur Winterpause ließ die Mannschaft lediglich durchschnittlich einen Treffer pro Partie zu. Offensiv mag es nicht für Glanzleistungen gereicht haben, aber defensiv stabile Teams gewinnen eben auch Spiele mit einem einzigen Tor. Der Rückstand auf die direkten Nichtabstiegsplätze betrug zum Jahreswechsel lediglich einen Punkt – ein Lichtblick für die Anhänger des TSV.

Personelle engpässe überschatten die hoffnung
Die Vorbereitung im neuen Jahr begann vielversprechend, doch schon bald überschlugen sich die Ereignisse. Eine Verletzungswelle traf den TSV Kottern mit voller Wucht. Schultereckgelenksprägungen, Bänderrisse und Muskelbündelrisse dezimierten den Kader in alarmierendem Tempo. „Ich habe in meiner Karriere noch nie etwas Vergleichbares erlebt“, so Maier über die Misere. Teilweise standen nur noch Spieler aus der ersten Mannschaft auf dem Platz, die Unterstützung der U23 und U19 war unerlässlich, um den Trainingsbetrieb überhaupt aufrechtzuerhalten.

Mentaler tiefpunkt und die drohende gefahr des abstiegs
Die personellen Probleme waren jedoch nicht die alleinige Ursache für den erneuten Absturz. Maier betonte: „Zuletzt hat die Mentalität der Mannschaft nicht gepasst.“ Das deutliche 0:3 gegen den SV Kirchanschöring offenbarte tiefe Risse im Team. Der Rückstand auf die rettenden Ufer wuchs auf zehn Zähler an – eine erschreckende Entwicklung. Die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt schwand zusehends, während die Gefahr eines direkten Abstiegs immer näher rückte.
Ein hoffnungsschimmer am ostern
Doch die Mannschaft zeigte nicht ohne Grund, dass sie verstanden hat, worum es geht. Ein 0:0 gegen Schwaig, gefolgt von einem beeindruckenden 4:0-Sieg gegen den Tabellenzweiten aus Landsberg, ließ neue Hoffnung aufkeimen. Auch der Sieg am Ostermontag gegen den ehemaligen Regionalligisten Schalding-Heining, der mit einer überzeugenden Leistung errungen wurde, war ein deutliches Zeichen.
Die Saison des TSV Kottern gleicht weiterhin einer Achterbahnfahrt, doch im Moment zeigen die Kurven nach oben. Ob es für die Allgäuer noch für die Plätze über dem Strich reichen wird, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Der Abstieg ist abgewendet, und die Mannschaft kämpft bis zum Schluss für den Verbleib in der Bayernliga Süd.
