Tsv kottern: achterbahnfahrt der gefühle – rettung nur im aufwind?
Die Saison des TSV Kottern ist eine Achterbahnfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einem Horrorstart und einem Hoffnungsschimmer droht nun der Absturz in die Bezirksliga. Doch die Allgäuer geben nicht auf und kämpfen bis zum Schluss um den Klassenerhalt.
Ein fehlstart, der schmerzte
Die letzten Jahre waren für den TSV Kottern geprägt von Platzierungen im oberen Mittelfeld der Bayernliga Süd. Doch der Jahresbeginn 2024 brachte einen Dämpfer, der die Verantwortlichen und Fans gleichermaßen schockierte. Nach zehn Spielen standen nur fünf Punkte auf dem Konto – eine Bilanz, die schließlich zum Rauswurf von Trainer Martin Dausch führte. 16 Gegentreffer in den letzten vier Partien waren der Auslöser für diesen Schritt. Der neue Coach, Andreas Maier, übernahm das Ruder und versuchte, die Defensive zu stabilisieren.

Defensive stabilisiert, offensive stagniert
Maier konzentrierte sich zunächst
auf die Abwehrarbeit und schloss die „Schotten dicht“, wie er selbst sagte. Tatsächlich gelang es der Mannschaft, die Gegentore deutlich zu reduzieren. In den acht Spielen bis zur Winterpause wurden nur noch durchschnittlich einen Treffer pro Partie kassiert. „Offensiv haben wir uns in dieser Phase zwar nicht großartig weiterentwickelt, aber wenn du hinten sicher stehst, reicht vorne eben auch mal ein Tor“, analysierte Maier die Situation. Die Mannschaft präsentierte sich zwar nicht immer spielerisch brillant, aber sie war erfolgreich – und das war in dieser Situation das Wichtigste.
Personelle engpässe und mentale blockade
Die Vorbereitung nach der Winterpause verlief alles andere als ideal. Eine Vielzahl von Ausfällen – darunter Schultereckgelenksprengungen, Bänderrisse und Muskelbündelrisse – dezimierte den Kader erheblich. „Es soll keine Ausrede sein, aber die personellen Hiobsbotschaften waren brutal“, gestand Maier. Teilweise standen nur noch Spieler aus der ersten Mannschaft auf dem Platz, unterstützt von der U23 und U19. Die Achterbahnfahrt ging prompt wieder abwärts. Hinzu kam eine mentale Blockade, die sich nach dem deutlichen 0:3 gegen Kirchanschöring manifestierte. „Die Mentalität hat nicht gepasst“, räumte Maier offen ein.

Hoffnungsschimmer am horizont
Doch die Mannschaft zeigte auch, dass sie lernfähig ist. Das 0:0 gegen Schwaig und das überraschende 1:1 gegen den Tabellenzweiten aus Landsberg deuteten auf eine Trendwende hin. Der Höhepunkt war der 4:0-Sieg gegen Schalding-Heining, in dem der TSV eine seiner besten Leistungen unter Maier zeigte. „Wir haben den Willen bewiesen, zu kämpfen und zu gewinnen“, betonte Maier. Die Gefahr des direkten Abstiegs ist damit vorerst gebannt. Ob es für Kottern noch zu einem Aufstieg reicht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Mannschaft wird bis zum letzten Spieltag alles geben, um den Klassenerhalt zu sichern. Die Achterbahn muss jetzt definitiv bergauf fahren – und zwar schnell!
