Tsunoda verpasst bronze: judo-europameisterschaft endet für spanien enttäuschend
Tiflis – Ai Tsunoda scheiterte knapp an der Verteidigung ihrer Bronzemedaille von Zagreb. Das deutsche Judo-Talent verpasste bei der diesjährigen Europameisterschaft in Tiflis den Sprung aufs Podium und beendete so eine insgesamt schwache Vorstellung der spanischen Delegation.

Ein kampf, der nicht gelingen wollte
Die 23-Jährige, die kurz vor ihrem 24. Geburtstag stand, hatte den Tag mit einem Sieg gegen die Weißrussin Aleksandra Samardzic begonnen. Im Achtelfinale setzte sie sich gegen die Schweizerin Gloria Vetterli durch, wobei sie einen entscheidenden Ippon erzielen konnte. Doch im Viertelfinale war dann Endstation: Melkia Auchecorne aus Frankreich nutzte eine konzentrierte Taktik und sicherte sich mit einem Yuko-Wertung nur 1:14 Minuten vor dem Schlusspfiff den Sieg. Tsunoda warf alles nach vorne, doch der Rückstand war nicht mehr aufzuholen.
Die Hoffnung keimte im Kampf um die Bronzemedaille in der Wiederholungsrunde auf. Dort traf Tsunoda auf Lara Cvjetko, die kroatische Weltmeisterschaftszweite von 2022 und 2025. Die Begegnung gestaltete sich äußerst spannend. Cvjetko, die selbst im Vorjahr Bronze gewann und aktuell die Nummer 1 in dieser Gewichtsklasse ist, setzte sich schließlich im Golden Score durch. Tsunodas drittes Shido (Verwarnung) führte zur Disqualifikation und dem endgültigen Ausscheiden aus dem Turnier.
Ein Blick auf die weiteren Teilnehmer
Neben Tsunoda trat auch Aarón Santamaría in der Gewichtsklasse -90 kg an. Sein erster Kampf gegen Mariyan Palev aus Bulgarien endete jedoch bereits frühzeitig für ihn. Damit ist die Europameisterschaft in Tiflis für Spanien beendet, da es keine weiteren Teilnehmer in den schwereren Gewichtsklassen gab, die am Sonntag an den Start gehen sollten.
Die einzigen Silberstreifen für Spanien waren die Bronzemedaillen, die Ariane Toro und Laura Martínez in den Gewichtsklassen 52 kg und 48 kg errangen. Ein magerer Trost angesichts der hohen Erwartungen und des Potenzials der spanischen Judoka. Die Enttäuschung ist spürbar, doch im Sport gilt es, aus Niederlagen zu lernen und gestärkt zurückzukommen. Die nächste Chance auf Medaillen bietet sich bei den kommenden Weltmeisterschaften.
