Trutmann zündelt im playoff-endspurt mit abschiedsmelancholie

Dario Trutmann spult die letzten Sätze in einem Zürcher Dress, das er bald nur noch als Fan tragen wird. Die Playoff-Halbfinals stehen vor der Tür, die Wehmut hinter der Kabinentür.

Die defense als titelversicherung

Die Lions haben sich souverän fürs Semesterfinale qualifiziert, doch der 33-Jährige weiß: Ohne 0:0 vorne raus gibt es hinten kein 1:0. „Wenn wir hinten dicht machen, sprüht vorne das Feuerwerk“, sagt er, während die Stimme einen Tick brüchiger wird. „Die Offensive ist schlussendlich darauf aufbauend.“

394 NL-Einsätze, zwei Meistertitel, ein CHL-Pokal – Statistiken, die er bald nur noch in Erinnerungen wälzt. Sein Blick wandert kurz zur Hallendecke, wo die Banner der Erfolgsjahre baumeln. „Bestimmt kommt Wehmut auf“, gibt er kleinlaut zu, „ich habe hier Sohlen und Seelen hinterlassen.“

Die zukunft wartet in der kabine

Die zukunft wartet in der kabine

Wohin die Karriere danach führt, bleibt offen. „Ein paar Möglichkeiten“, sagt er knapp, Name, Liga, Gehalt – alles offen. Entscheidung zwischen Powerplay und Sommerpause, vielleicht schon morgen, vielleicht erst, wenn der letzte Puck rollt.

Die aktuelle Pause zwischen Viertel- und Halbfinale nutzt er, um die Beine hochzulegen und die Erinnerungen niedzuschreiben – statt sie wegzudrücken. „Die Pause ist fast zu lang, aber sie wird uns fresher machen“, schätzt er. „Mentaler Flow ist schön, aber frische Knochen sind schöner.“

Trutmann wird die Lions verlassen, die Lions aber nicht ihn. In jedem Forecheck, in jedem Slot-Clearing wird ein Stück seiner DNA mitschwingen. Und wenn die Sirene des Finaltriumphs ertönt, steht er da – mit Tränen im Gesicht und dem Pokal in der Hand, den er eigentlich nur noch ausleihen darf.