Trezeguet trägt barça-stimmung nach afrika – salah fehlt

Barcelona spielt ohne Lionel Messi, Ägypten ohne Mohamed Salah. Die Blauen verzichten auf ihren König, die Pharaonen auf ihren Gott. Doch wer denkt, das sei das Ende der Geschichte, kennt Trezeguet nicht.

Wie ein französischer weltmeister im nildelta geboren wurde

Mahmoud Hassan wuchs in Kafr el-Sheikh auf, wo Reisfelder glänzen und Straßenfußball Staub wirbelt. Der Ball war sein Spielzeug, der Name Trezeguet seine Rüstung. Ein Ahly-Scout baptisierte ihn so, weil Haaransatz und Abschluss wie beim französischen Weltmeister von 1998 wirkten. Der Spitzname klebte, der Stil auch.

Juan Carlos Garrido holte ihn 2013 in den Profikader von Al Ahly. „Er war 18, roh, aber mit einer natürlichen Giftigkeit im Strafraum“, erinnert sich der Spanier. „Ich habe ihm beigebracht, wie man sich in 90 Minuten zweimal bewegt und dabei trifft. Der Rest war sein Talent.“

Die Zahlen sprechen für sich: 93 Länderspiele, 23 Tore. Kein Ägypter war jemals schneller in der Premier League, keiner erfüllte sich einen Vatertraum so lautstark wie er. Vor dem WM-Tor gegen Saudi-Arabien 2018 flüsterte er ins Kameraobjektiv: „Papa, das war für dich.“

Warum barça ihn jetzt braucht – und warum er barça

Warum barça ihn jetzt braucht – und warum er barça

Salah fällt aus, der Druck steigt. Trezeguet kennt sich mit Druck aus. In Istanbul schoss er 16 Tore für Kasimpasa, wurde dann am Bosporus mit einer Klatschpappe bedacht: ein Fan warf ihm eine Klappmesser-Attrappe entgegen. Statt zu flüchten, verwandelte er den nächsten Freistoß. „Wenn dich 50 000 brüllen, hörst du nur deinen Herzschlag“, sagt er.

Barcelona nutzt das Camp-Nou-Turnier als Testlabor für Yamal und Gündogan. Für Ägypten ist es mehr: ein Signal an Afrika, dass man auch ohne Salah gewinnen kann. Trainer Rui Vitória baut auf Trezeguet als falsche Neun, aber auch als psychologischen Anker. „Er trägt die Erfahrung von drei Kontinenten in den Knochen“, sagt der Portugiese. „Das ist unser Turbo.“

Die Uhr tickt. In 48 Stunden trifft Ägypten auf Kroatien. Trezeguet hat 20 Minuten, um zu zeigen, dass ein Name nicht nur ein Echo ist, sondern ein Versprechen. 1998 erzielte David Trezeguet das Golden Goal. 2024 könnte Mahmoud Hassan das goldene Tor für ein ganzes Land schießen. Keine Heldenballade, nur harte Arbeit – und ein bisschen Reisstaub unter den Fußsohlen.