Tour de France Femmes: Teamchef Roodhooft warnt vor finanzieller Schieflage

Der Frauenradsport boomt, doch hinter dem Erfolg verbergen sich wachsende finanzielle Probleme. Teamchef Philip Roodhooft schlägt Alarm und warnt vor einer gefährlichen Schere zwischen den Top-Teams und kleineren Rennställen.

Zuschauerzahlen beeindrucken, finanzielle Realität besorgniserregend

Die Tour de France Femmes lockte am ersten Wochenende in Frankreich fast zwei Millionen Zuschauer vor die Bildschirme und erreichte 80 Prozent der Einschaltquoten der Männer-Rundfahrt. Philip Roodhooft (Fenix-Premier Tech) betont, wie sehr sich der Frauenradsport in den letzten Jahren entwickelt hat, verweist aber auf eine zunehmend besorgniserregende finanzielle Entwicklung.

“In den vergangenen beiden Austragungen sind die Zuschauerzahlen weiter gestiegen. Vor allem im vergangenen Jahr waren die Menschenmengen riesig, weil mit Pauline Ferrand-Prévot auch eine französische Anwärterin auf den Gesamtsieg dabei war. Seitdem sind Atmosphäre und Begeisterung mit denen bei den Männern vergleichbar”, erklärte er.

Wachsende finanzielle Ungleichheit

Wachsende finanzielle Ungleichheit

Während einige Teams erhebliche Summen investieren, kämpfen andere darum, konkurrenzfähig zu bleiben. Roodhooft spricht von Teams, die mit Wohnmobilen anreisen, während andere massiv investieren. Er betont, dass vor allem finanzstarke WorldTour-Teams den Frauenradsport als Prestigeprojekt entdeckt haben. “In dieser Hinsicht ist die Schere sogar größer als bei den Männern.”

Sein eigenes Team profitiert von der gemeinsamen Nutzung der Infrastruktur mit der Männermannschaft, doch er warnt, dass die Investitionen in Logistik und Performance für ein Frauenteam allein sehr teuer werden.

Begrenzter Rennkalender und überbezahlte Fahrerinnen

Begrenzter Rennkalender und überbezahlte Fahrerinnen

Roodhooft sieht eine Ursache für die Probleme im begrenzten Rennkalender. Es gibt zu wenige Veranstaltungen, die Sponsoren und Teams die nötige mediale Reichweite bieten. “Es gibt zwei große Rundfahrten - den Giro und die Tour - sowie etwa zehn wichtige Eintagesrennen. Insgesamt umfasst die Saison der Frauen lediglich 25 bis 30 kommerziell interessante Renntage. Eine Grand Tour der Männer dauert 21 Tage, bei den Frauen sind es nur neun.”

Darüber hinaus fehle es an genügend Fahrerinnen auf höchstem Niveau, was zu überbezahlten Fahrerinnen führt. Roodhooft wünscht sich mehr talentierte Fahrerinnen, einen breiteren Rennkalender und mehr Konkurrenz. “Dass man damit kein Geld verdienen kann, darf kein Argument mehr sein.”

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