Tour de france: experten wettern gegen chaotische hitzemaßnahmen!

Die Hölle brennt auf der Tour de France! Während die Fahrer unter sengenden Temperaturen leiden, scheinen die Veranstalter erst jetzt aufzuwachen – und das sorgt für massiven Zorn in der Radsportwelt. Ehemalige Profis und Sportdirektoren schießen scharf gegen die späte und unzureichende Reaktion der UCI und der ASO.

Chaos in den verpflegungszonen und verbotene eiswürfel

Chaos in den verpflegungszonen und verbotene eiswürfel

Die ersten vier Etappen der diesjährigen Tour waren von extremer Hitze geprägt, und die Fahrer klagten über die unerträglichen Bedingungen. Tom Pidcock bezeichnete die Situation sogar als „Kriegszone“. Erst am Dienstag reagierten die Verantwortlichen, indem sie die Regeln für die Verpflegungszonen lockerten. Doch diese Maßnahme kommt zu spät und ist, so die Kritik, alles andere als optimal.

Marc Madiot, ehemaliger Radprofi, äußerte sich bei „RMC Sport“ empört: „Sie haben erst nach vier Renntagen erkannt, dass es gut wäre, wenn wir unsere Fahrer den ganzen Tag über mit Wasser und Eis versorgen könnten!“ Die späte Ankündigung der neuen Regeln – erst am Dienstagmorgen um 10 Uhr – führte innerhalb der Teams zu einem regelrechten Chaos, wie Visma-Sportdirektor Marc Reef bei „TV 2 Sport“ bestätigte. Die Teams mussten improvisieren und ihre Begleitfahrzeuge in Windeseile umstellen.

Doch der wahre Zorn richtet sich gegen das Eiswürfel-Verbot. Jérôme Coppel, ehemaliger Tour-Teilnehmer und Experte bei „RMC“, kann seinen Unmut kaum fassen: „Die Maßnahmen der UCI bringen nichts. Die haben doch die Frechheit, Eiswürfel in den Socken zu verbieten, weil sie Angst haben, dass das die Körperform des Fahrers verändert und die Aerodynamik verbessert!“ Dabei handele es sich um Eiswürfel, die in zwei Minuten schmelzen würden. „Die Gesundheit des Fahrers ist ihnen egal!“, wetterte Coppel.

Er zieht einen Vergleich zur Fußball-WM: „Bei der Fußball-WM ist es derzeit weniger heiß, und trotzdem gibt es dort Erfrischungspausen!“. Coppel forderte, dass die Fahrer sich bei dieser Hitze jederzeit und überall mit allem, was sie brauchen, versorgen können sollten. „Die UCI macht, was sie will. Wenn es so heiß ist, sollten die Fahrer sich verpflegen können, wann sie wollen, wo sie wollen und wie sie wollen.“

Coppel warf den Verantwortlichen vor, sie hätten selbst noch nie ein Fahrrad in der Hand gehabt. „Die sollen doch mal einen Tag lang in ihrem Auto sitzen, ohne die Klimaanlage einzuschalten!“ Der ehemalige Profi warnte vor einem Horrorszenario: „Stellen wir uns vor: Morgen bekommt ein Fahrer einen Hitzschlag, ihm wird schwindelig und er wird ohnmächtig, während er mit 80 km/h eine Abfahrt hinunterfährt. Was wird man dann sagen? Tut mir leid, aber das sind Clowns.“

Am Donnerstag gilt es, den legendären Col du Tourmalet zu bezwingen – ohne Eiswürfel, aber mit der Hoffnung auf eine verbesserte Verpflegung. Die Frage bleibt: Werden die Veranstalter endlich die Zeichen der Zeit erkennen und die Sicherheit der Fahrer über pedantische Regeln stellen?