Tour de france 2026: fußball-wm-fieber – können radprofis wirklich schlafen?
Die Pyrenäen haben die Radfahrer der Tour de France an ihre Grenzen getrieben. Doch eine noch größere Herausforderung steht bevor: Das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und Marokko. Können die französischen Profis die Nacht durchstehen, ohne ihre Regeneration zu gefährden, oder wird die WM-Euphorie ihre sportlichen Leistungen beeinträchtigen?
Ein dilemma zwischen sportarten
Die WM in Kanada, USA und Mexiko überschneidet sich wie alle vier Jahre mit der Tour de France – ein klassischer Konflikt zwischen Fußballfans und Ausdauerathleten. Für die meisten Franzosen, die Grande Nation, ist das Abschneiden der Nationalmannschaft beim Turnier von größter Bedeutung. Doch die Radprofis stehen vor einem Zwickmühle: Sie müssen sich entscheiden, ob sie das Spiel verpassen oder ihre dringend benötigte Erholung riskieren.
Matis Louvel von NSN Cycling gab gegenüber „Ouest France“ an, dass sein Team zwar keine strenge Kontrolle über ihre Schlafenszeiten ausübt, aber die Betreuer behalten die Dinge im Auge. „Wir tragen Schlafarmbänder, sie können sehen, wie lange wir geschlafen haben“, erklärte Louvel. Diese Technologie nimmt den französischen Fahrern die Möglichkeit, das Spiel heimlich im Bett zu verfolgen.
Hugo Page und Benjamin Thomas von Cofidis scheinen jedoch entspannter. „So ernst ist es nicht, ich denke, wir werden es schauen“, sagte Page. „Es macht immer Spaß, und die WM findet ja nur alle vier Jahre statt.“ Die Leichtigkeit, mit der sie das Spiel genießen wollen, steht im Kontrast zu den Bedenken der Teamverantwortlichen, die auf ausgeruhte Fahrer angewiesen sind.

Jegat setzt auf professionalität
Jordan Jegat (TotalEnergies) nimmt das Dilemma hingegen sehr ernst. Als Zehnter der Gesamtwertung im Vorjahr weiß er, dass jede Stunde Schlaf entscheidend sein kann. „Ich habe einen Beruf, ich kann es mir nicht leisten, dass mein Schlaf darunter leidet“, betonte Jegat. Seine Aussage unterstreicht den professionellen Anspruch, der in der Welt des Radsports herrscht.
Am Freitag müssen sich noch viele weitere Fahrer mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Regeneration während der Tour de France gewährleisten können. Neben den französischen Fahrern haben auch 30 Belgier und zehn Spanier ein starkes Interesse am zweiten Viertelfinale der WM. Das Spiel wird bereits um 21 Uhr angepfiffen, was die Entscheidung für die Athleten noch schwieriger macht.
Die Entscheidung, ob die französischen Radfahrer das Viertelfinale der WM verpassen oder ihre Erholung opfern, wird nicht nur ihre Leistung in der Tour de France beeinflussen, sondern auch einen Einblick in die Balance zwischen nationaler Begeisterung und professionellem Sport geben. Es bleibt abzuwarten, wie viele Fahrer dem Reiz des Fußballspiels widerstehen und stattdessen auf ausreichend Schlaf setzen können.
