Tour auvergne-rhône-alpes: der kampf um frankreichs thron beginnt!

Die Namensänderung mag klingen nach bürokratischem Hickhack, doch die Straßen im Dauphiné – oder besser gesagt, im Tour Auvergne-Rhône-Alpes – sprechen eine andere Sprache. Vom 7. bis 14. Juni werden sich hier die jungen Wilden und gestandenen Anführer des Radsports auf eine Schlacht um Frankreichs Stolz einlassen. Es geht um mehr als nur ein Rennen; es ist ein Vorgeschmack auf den Juli, eine Generalprobe vor dem großen Auftakt.

Die strecke: ein hexenkessel für rennfahrer

Die strecke: ein hexenkessel für rennfahrer

Acht Etappen, 1.208 Kilometer – und kein Moment der Ruhe. Die Strecke ist gnadenlos, ein Test der Nerven und der Beine. Schon am ersten Tag heißt es, sich zu beweisen, gefolgt von einer taktisch wichtigen Teamzeitfahrt in Perreux. Doch der eigentliche Schauplatz des Grauens sind die Alpen, die mit Crest-Voland, dem Grand Colombier und schließlich dem Plateau de Solaison eine Hürde nach der anderen präsentieren. Hier wird nicht gerätselt, hier wird gekämpft – jeder Meter ein Ausdruck des Willens.

Die Stars der Stunde: Neben etablierten Namen wie Wout van Aert, der auch ohne Gelbträger-Ambitionen für Furore sorgen kann, drängen vor allem junge Talente auf die Bildfläche. Paul Seixas, der französische Shootingstar, trägt die Last einer ganzen Nation auf seinen Schultern. Er ist nicht mehr nur eine vielversprechende Jugend, sondern eine echte Bedrohung. Auch Juan Ayuso kehrt zurück, nach einer Saison voller Rückschläge und Hoffnungen. Seine Form ist entscheidend, sein Potenzial unbestritten.

Isaac del Toro, unterstützt von João Almeida im starken UAE Team Emirates-XRG, ist ebenfalls ein Mann, den man im Auge behalten sollte. Almeida, der Fels in der Brandung, sorgt für Stabilität, während del Toro seine Ambitionen für den Tour de France schärft. Und dann ist da noch Wout van Aert, der bei Visma immer eine unberechenbare Karte im Ärmel ist – ein Mann, der ein Rennen mit nur seiner Präsenz aufwerten kann.

Die Liste der Anwärter ist lang und beeindruckend: Tobias Halland Johannessen, Oscar Onley, Mattias Skjelmose, Cian Uijtdebroeks, Kevin Vauquelin, Luke Plapp, Ion Izagirre, Iván Romeo und Pello Bilbao, jeder mit seiner eigenen Strategie und seinem eigenen Ziel. Einige wollen ihre Position festigen, andere suchen nach einer Chance für den großen Tour-Auftritt im Juli, wieder andere wollen sich mit einem Etappensieg von der Konkurrenz abheben, bevor die ganz Großen das Licht ausmachen.

Der Tour Auvergne-Rhône-Alpes ist letztlich, wie schon immer, eine nützliche Täuschung. Niemand gewinnt hier den Tour de France, aber jeder kann etwas verlieren: Selbstvertrauen, Ansehen, Kraft, Ruhe. Juni ist die Zeit des Probetrainings, Juli der endgültigen Abrechnung. Doch wenn die Straße steil bergauf geht, sei es zum Grand Colombier oder zum Plateau de Solaison, dann zählt nur noch das reine Überleben – und die Erkenntnis, dass der Name mag sich geändert haben, das blaue Trikot auch, aber der Geist des Rennens bleibt derselbe.