Tottenham wirft 46-jährigen ins feuer: de zerbi soll abstieg verhindern

London – Die Uhr tickt. Tottenham steht auf Rang 17, einen Platz über der Hölle namens Championship. Da reicht kein Pflaster. Die Spurs schicken Roberto De Zerbi ins Rennen – mit einem Fünf-Jahres-Vertrag, obwohl die Saison in fünf Wochen vorbei ist.

Der italiener löst tudor ab, der selbst nur sieben spiele durfte

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Der 46-Jährige unterschrieb am Dienstag, wenige Stunden nachdem Igor Tudor seinen Stuhl wieder abgeben musste. Drei Trainer in einer Saison – das gab es bei Tottenham selbst in den chaotischen 90ern nicht.

Sportdirektor Johan Lange spricht von einem „Kern-Geschäft“: „Roberto war unser Wunschkandidat für den Sommer. Die Lage zwingt uns, ihn jetzt schon zu holen.“ Lange schiebt die Verantwortung also nach vorn – und macht De Zerbi zum Retter, bevor der neue Mann überhaupt das Training leitet.

De Zerbi selbst klingt, als hätte er die Premier League nie verlassen. „Unsere Fans sollen wieder stolz sein. Der Stil wird identitätsstiftend“, sagt er. Klingt nach Angriff, nach Hoch pressen, nach Brighton 2.0 – nur dass Brighton ihn im Mai 2024 ziehen ließ, weil die Ergebnisse nachließen.

Bei Olympique Marseille wurde er im Februar freigestellt, nachdem er die Europa-League-Qualifikation verpasst hatte. Jetzt also London, wo die Rechnung einfach ist: 30 Punkte aus 30 Spielen, 49 Gegentore, nur drei Siege seit Weihnachten. Die Statistik riecht nach Feuer.

Die Klausel: Vertrag bis 2031. Ein Befreiungsschlag mit Handschlag auf fünf Jahre. Geht Tottenham runter, wäre De Zerbi trotzdem gesetzt – ein Luxus, den sich sonst nur Bayern-Bosses erlauben. Die Spurs setzen auf Kontinuität, wo kurzfristig jeder Punkt zählt.

Die Fans reagieren gemischt. Die einen erinnern sich an sein Brighton, das Anfield und Old Trafford demütigte. Die anderen sehen die Tabelle und fragen: Warum nicht ein alter Hase wie Roy Hodgson? Die Antwort lautet: Tottenham will wieder „Progressive Football“ spielen, auch wenn der Abstieg droht.

De Zerbi bekommt acht Spiele Zeit. Das erste Duell: Schlusslicht Leicester am Sonntag. Schon da kann ein Sieg die Welt wieder in Ordnung bringen. Verliert Tottenham, rückt die Championship näher als jemals zuvor. Die Front aus Son, Maddison und Co. muss laufen lernen – und das in Tagen, nicht Wochen.

Tottenham zockt auf Sieg. De Zerbi zockt auf seine Zukunft. Bei 0:2 in Leicester wird selbst das schönste Spielprinzip nicht mehr zählen. Dann wird nicht mehr geredet über Identität, sondern über die zweite Liga. Die Uhr tickt. Die Fans singen. Und De Zerbi? Der hat bis 2031 Zeit – oder eben nur bis Mai.