Tottenham stürzt ab: tudor zweifelt nach 0:2 gegen fulham öffentlich an der liga
Zwei Spiele, null Punkte, ein Trainer, der schon jetzt die Flinte ins Korn wirft. Tottenham Hotspur ist keine Mannschaft, die nur schlecht drauf ist – das ist ein Klub, der sich selbst verloren hat. Die 1:2-Pleite gegen Fulham war kein Ausrutscher, sondern die logische Fortsetzung einer Krise, die sich seit Wochen in die DNA des Teams frisst.
Igor tudor zieht die notbremse – und trifft seinen eigenen kader
„Wir waren nicht gut, uns hat alles gefehlt“, sagte der Kroate nach dem Schlusspfiff. Kein Trainer redet so, wenn er noch an Bordwechsel glaubt. Tudor sprach wie ein Mann, der sich selbst abfragt, warum er diesen Job überhaupt angenommen hat. Fulham dominierte ohne Anstalten, Harry Wilson und Alex Iwobi schraubten die Gäste vor der Pause auf 2:0. Richarlison’ Anschlusstreffer war nur kosmetisch. Tottenham ist seit zehn Liga-Spielen sieglos – das ist kein Formtief mehr, das ist freier Fall.
Die Tabelle lügt nicht: Platz 16, nur vier Punkte Luft bis zur Abstiegszone. Europa-League-Sieger von vor einem Jahr? Vergessen. Die Spurs wirken wie eine Bande, die sich selbst nicht mehr erkennt. Tudor fordert „mehr Persönlichkeit“, aber die Spieler reagieren mit Leere. Kein Pressing, keine Idee, keine Rückendeckung. Die Craven Cottage applaudierterte höflich, während die Tottenham-Fans ihre Schals über die Gesichtszüge zogen.
Programm der nächsten tage liest sich wie ein gipfeltagebuch der angst
Donnerstag kommt Crystal Palace, am Sonntag gastiert der amtierende Meister Liverpool im eigenen Stadion. Tudor hat zwei Trainingseinheiten, um aus Wracks wieder Athleten zu machen. Die Uhr tickt laut. Die Verantwortlichen um Daniel Levy schweigen, was in N17 als Armutszeugnis gewertet wird. Keine Aussage, kein Plan, kein Geld für Winter-Neuzugänge – die Kommunikationsstrategie der Spurs ist so zusammengebrochen wie ihre Defensive.
Die Frage ist nicht mehr, ob Tudor die Kurve kriegt. Die Frage ist, ob Tottenham überhaupt noch eine Saison in der Premier League bestreitet, bevor das Stadion umbenannt wird in „White Hart Lane Championship Ground“. Die Zahlen sind gnadenlos: nur 17 Tore in 18 Spielen, 34 Gegentore, eine xG-Differenz, die seit Jahren kein Klub mit dieser Gehaltsstruktur je zugelassen hat. Die Analysten sprechen von „mentaler Erschöpfung“, was nett klingt für: Die Mannschaft hat aufgegeben.
Der letzte Satz, den Tudor nach der Pressekonferenz noch hinterher warf, hallt durch die Mixed Zone: „Wenn wir nicht zusammenwachsen, fliegen wir raus.“ Er sprach es aus, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand gemurmelt wird. Tottenham ist kein Topclub in einer schwachen Phase. Tottenham ist ein Abstiegskandidat mit Champions-League-Kasse. Und die Uhr schlägt bereits Mitternacht.
