Tim stützle schreibt senators-geschichte – und trägt trotz gala-nacht die playoff-angst nach hause

400 Punkte in 24 Jahren, 70 Tagen: Tim Stützle hat Ottawa beim 3:4 nach Penalty gegen Pittsburgh nicht nur zur Ehrenrunde verholft, er hat die Franchise-Geschichte neu sortiert. Mit zwei Assists wurde er zum jüngsten Senator, der die magische Marke knackt – und schob Rekordhalter Alexei Yashin (25 Jahre, 153 Tage) auf den zweiten Rang.

Die zahl, die stützle jubeln lässt – und die niederlage, die ihm den schneid abkauft

147 Tore, 254 Vorlagen. Mehr Zahlen braucht ein deutscher NHL-Stürmer nicht, um sich in die ewige Tabelle einzutragen. Vor ihm schafften das nur Jochen Hecht (463), Marco Sturm (487) und Leon Draisaitl mit 1.053 Punkten. Doch die 400-Punkte-Party verlief im leeren Canadian Tire Centre. Die Senators rutschen nach der Pleite aus den Wildcard-Rängen, der Playoff-Traum rückt wieder in weite Ferne.

Stützle selbst lieferte die emotionale Achterbahn des Abends auf dem Silbertablett: Erst die Vorlage zum 1:0, dann die 2:1-Führung eingeleitet – und dennoch ging das Eis nach dem Penaltyschießen schweigend unter seinen Schlittschuhen. „Wir haben Punkte liegen lassen“, sagte er nach der Partie, als hätte er das Torverhältnis persönlich vergessen. Die 32 Treffer und 43 Assists in dieser Saison machen ihn zum Top-Scorer und Top-Vorbereiter seines Teams, aber sie reichen nicht, um die Senators in die Postseason zu bugsieren.

Der deutsche sonderweg in der nhl – und warum stützle draisaitls nächstes ziel ist

Der deutsche sonderweg in der nhl – und warum stützle draisaitls nächstes ziel ist

Deutsche Eishockeyspieler waren lange Exoten in Nordamerika. Heute dominieren sie Statistiken. Draisaitl jagt als einziger Deutscher die 1.000-Punkte-Marke, Stützle jagt Draisaitl. Bei seinem Tempo – durchschnittlich 0,97 Punkte pro Spiel – könnte er in sieben Spielzeiten die 1.000 knacken, vorausgesetzt, Gesundheit und Team schieben mit. Die Frage ist nicht, ob er es schafft, sondern wie schnell er die nächsten 600 Punkte sammelt.

Ottawa droht, das Talent zu verschwenden. Die Franchise steht vor einem Sommer voller Fragen: neue Verträge für den Support, eine Defensive, die nicht vor jeder Scheiße kapituliert, und ein Torhüter-Duo, das mehr lässt als hält. Ohne Antworten bleibt Stützles Jahrhundert-Marke ein Trostpreis – und die Playoffs ein fernes Versprechen.

Die Nacht, in der er Geschichte schrieb, endete mit einem bitteren Gesicht. 400 Punkte, aber kein einziger Jubelgesang. Manchmal zählt in der NHL nur das Resultat – und das lautete: Niederlage nach Penalty. Stützle sammelte sich, zog die Kapuze über den Kopf und verschwand in der Kabine. Die nächsten 400 Punkle beginnen morgen. Ob sie mit Playoff-Eis enden, entscheidet sich in den letzten zehn Spielen.