Thw kiel: kretzschmars prognose lügenhaft – abstiegskandidaten demütigen rekordmeister!

Schalke, Dortmund, Hamburg – Namen, die im deutschen Handball hallen. Doch aktuell hallt ein anderes Echo: das der Enttäuschung in Kiel. Der THW Kiel, mehrfacher Champions-League-Sieger und Rekordmeister der Bundesliga, rutscht ab – und das so spektakulär, dass selbst Handball-Legende Stefan Kretzschmar zugeben muss: seine Prognose war falsch.

Die misere im rückraum: verletzungen und taktische fehlentscheidungen

Noch vor wenigen Wochen hatte Kretzschmar im „Dyn-Podcast“ euphorisch Platz zwei für Kiel vorhergesagt. Doch die Realität sieht düster aus: fünf Spieltage vor Saisonende liegt der THW auf dem enttäuschenden fünften Platz, sechs Punkte hinter den Füchsen Berlin. Die Champions-League-Qualifikation über die Liga ist in weiter Ferne, die letzte Hoffnung ruht auf dem Triumph in der European League – eine Aufgabe, die angesichts der jüngsten Auftritte des THW immer unwahrscheinlicher erscheint. Das Problem: Der Rückraum ist personell dezimiert. Madsen, Skipagøtu, Johansson – die etatmäßige erste Reihe fällt aus. Doch das allein kann die jüngsten Leistungen nicht entschuldigen, denn selbst der Tabellenletzte, SC DHfK Leipzig, entzog dem THW in einem müden Remis die Deutlichkeit.

Im Podcast ging es um die Ursachen. „Personell sind im Rückraum alle weg, die sie als erste Reihe eingeplant haben“, analysierte Moderator Florian Schmidt-Sommerfeld. Doch Kretzschmar ließ dies nicht als bloße Ausrede durchgehen. „Du hast immer noch Duvnjak, Bilyk und Ankermann – das ist ein funktionierender, guter Rückraum für die erste Liga!“ Aber wie erklärt man dann die erneuten Punktverluste gegen vermeintlich schwächere Gegner?

Kretzschmars Urteil ist hart: „Du kannst trotz der Ausfälle nicht zwei Spiele in Folge gegen eine Mannschaft von unten zuhause so bestreiten, wie Kiel es gemacht hat. Geht nicht, kannst du nicht machen.“ Und er fährt fort: „Nicht bei den Ambitionen, die du noch hattest.“ Kretzschmar zieht eine klare Linie: Platz zwei ist unerreichbar, Platz fünf die bittere Realität.

European league: letzte hoffnung oder endgültige bestätigung der krise?

European league: letzte hoffnung oder endgültige bestätigung der krise?

Die Hoffnung ruht nun auf der European League. Doch auch dort gab es am Dienstag eine deutliche Niederlage gegen RK Nexe. Ein Rückspiel, das alles geben muss, um doch noch eine Chance auf den Titel zu haben. Kretzschmar zeigt sich dennoch verhalten: „Das ist ihnen zuzutrauen. Trotzdem habe ich sie momentan nicht ganz oben auf der Rechnung, so, wie sie auftreten.“ Der Ausfall von Skipagøtu wiege besonders schwer, so Kretzschmar. „Der 18-jährige Rasmus Ankermann kann das nicht über den gesamten Saison-Endspurt leisten.“

Die Wahrheit ist unschön: Der THW Kiel steckt in einer tiefen Krise. Die Kombination aus Verletzungspech, taktischen Fehlentscheidungen und einer fehlenden Siegermentalität führt zu einem historischen Absturz. Ob die Mannschaft noch die Kurve bekommt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die Prognose von Stefan Kretzschmar hat sich als Trugbild erwiesen – und der THW Kiel muss sich seiner Realität stellen: dem Kampf um die internationalen Plätze oder gar dem Abstiegskampf.