Thw kiel im kreuzfeuer: delphin-retter attackieren handball-stars

Ein ungewöhnlicher Sturm braut sich zusammen: Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel gerät in die Schusslinie der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) wegen seiner Teilnahme an einem Vorbereitungs-Turnier auf den Färöer-Inseln. Der Grund: Dort wird parallel eine umstrittene Treibjagd auf Meeressäugetiere betrieben.

Die anklage aus berlin: sportliche ambitionen versus moralische verantwortung

Der Wenzel Nordic Cup, das erste Turnier dieser Art, findet vom 13. bis 16. August in Torshavn statt. Ein Termin, der die GRD, deren Vorsitzender der Schauspieler Sigmar Solbach ist, alarmierte. Die Inselgruppe steht seit Jahrzehnten in der internationalen Kritik wegen der jährlichen Tötung von hunderten Delphinen – eine Tradition, die die GRD aufs Schärfste verurteilt. In einem offiziellen Statement forderte die Gesellschaft den THW Kiel auf, seine Vorbildfunktion ernst zu nehmen und die Teilnahme am Turnier zu überdenken, um nicht ungewollt zur Image-Profilierung der Färöer-Inseln beizutragen.

Solbach, bekannt aus der TV-Serie „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“, spielte dabei scharf auf das Engagement des THW Kiel bei der Initiative „För de Küste“ an. „Wer sich öffentlich für den Schutz der Meere einsetzt, sollte vermeiden, einer Veranstaltung auf den Färöer-Inseln eine internationale Aufmerksamkeit zu verleihen, solange dort Jahr für Jahr Weißseitendelfine, Große Tümmler und Grindwale brutal geschlachtet werden“, so der GRD-Vorsitzende.

Kiel wehrt sich: sportlicher fokus und angebot des dialogs

Kiel wehrt sich: sportlicher fokus und angebot des dialogs

Der THW Kiel reagierte prompt auf die Kritik. Geschäftsführerin Anja Niemann betonte gegenüber „Handball-World“, dass die Teilnahme am Turnier „ausschließlich sportlich motiviert und dem Handball gewidmet“ sei. Ein nachvollziehbarer Standpunkt, der jedoch die moralische Frage offen lässt, ob sportlicher Ehrgeiz Vorrang vor dem Schutz bedrohter Tierarten haben sollte.

Niemann wies zudem darauf hin, dass der Verein dem Verein in seinem Netzwerk für den Meeresschutz eine nachhaltige und reichweitenstarke Plattform bieten wollte. „Ein wirklich sach- und lösungsorientierter Dialog mit der GRD ist uns leider nicht gelungen, denn bedauerlicherweise fanden unsere Erläuterungen und das Angebot nach einem konstruktiven Austausch kein Gehör“, so Niemann. Die Ironie liegt auf der Hand: Während der THW Kiel sich um den Schutz der Meere engagieren möchte, wirft man ihm nun vor, durch seine Präsenz auf den Färöer-Inseln indirekt die Delphin-Treibjagd zu unterstützen.

Die Debatte zeigt deutlich, dass der Sport nicht in einem Vakuum existiert und Athleten sowie Vereine zunehmend mit moralischen und ethischen Fragen konfrontiert werden. Ob der THW Kiel seine Entscheidung noch einmal überdenken wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Name des Handball-Rekordmeisters ist nun untrennbar mit der umstrittenen Delphin-Treibjagd auf den Färöer-Inseln verbunden.