Thw kiel: europapokal-hoffnung trotz bundesliga-misere

Kiel – Der Rekordmeister THW Kiel steckt in der Handball-Bundesliga in einer Krise, die kaum zu übersehen ist. Sechs Spiele, nur ein Sieg – die Zahlen sind alarmierend und lassen wenig Raum für Optimismus hinsichtlich der verbleibenden Saison. Platz 5 oder besser scheint eine ferne Utopie. Doch inmitten dieser düsteren Lage flammt ein Hoffnungsschimmer auf: Die Chance auf den Europapokal.

Duvnjak kündigt an: „wir wollen den titel!“

Duvnjak kündigt an: „wir wollen den titel!“

Kapitän Domagoj Duvnjak (37) hat mit seiner Ansage ordentlich für Aufsehen gesorgt. „Wir haben im Final Four der European League eine Titelchance. Und wir werden jetzt alles dafür tun, diese auch zu nutzen“, erklärte der erfahrene Routinier. Seine Worte sind ein Weckruf an die Mannschaft, ein Signal, dass trotz der Bundesliga-Enttäuschung noch nicht alles verloren ist.

Der THW wird am 30. und 31. Mai in Hamburg im Halbfinale gegen den französischen Klub Montpellier antreten. Ein Sieg würde das Duell mit dem Sieger des Bundesliga-Duells zwischen MT Melsungen und dem Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt bedeuten. Die Ausgangslage ist also denkbar dramatisch, aber keineswegs aussichtslos.

Die Vorrunde deutet auf eine gute Ausgangsposition hin: Montpellier konnte der THW bereits zweimal in der Vorrunde bezwungen werden. Auch in der Bundesliga gab es jeweils einen Sieg und eine Niederlage gegen Melsungen und Flensburg – die Konstanz fehlt also, aber die Möglichkeiten waren da.

Trainer Filip Jicha sieht trotz der 28:35-Niederlage gegen die Füchse Berlin durchaus Lichtblicke. „Das Ergebnis spiegelt meiner Meinung nach nicht wider, wie meine Jungs gekämpft haben. Bis zum 25:25 waren wir kämpferisch, leidenschaftlich und emotional da. Den Unterschied in den letzten zehn Minuten macht dann die Chancenverwertung.“ Er fordert daher vor allem einen „wieder den Glauben“, solche Spiele auch mal für sich zu entscheiden. Die fehlende Durchschlagskraft im Abschluss muss nun schnellstmöglich behoben werden, wenn die Europapokalehrungen ernst genommen werden sollen.

Vor dem europäischen Final Four hat der THW noch eine letzte Chance, Selbstvertrauen zu tanken: Das Auswärtsspiel beim Bergischen HC könnte der perfekte Auftakt sein, um die nötige mentale Stärke für die anstehenden Herausforderungen zu finden. Denn eines ist klar: In Hamburg zählt nur der Sieg – und Kapitän Duvnjak hat sein Wort gegeben.

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