Tenerife zerlegt zaragoza mit 99:76 – mills-debüt wird zur gala

Die Teneriffa-Arena bebte, als La Laguna am Sonntagabend Casademont Zaragoza mit 99:76 abfertigte – und das, bevor Patty Mills überhaupt richtig ins Schwitzen kam. Der australische Shooting-Star feierte sein Heimdebüt, doch die Show gehörte zunächst einmal dem Kollektiv: 40 Minuten Vollgas, 23 erfolgreiche Dreier, eine Defense, die den Gegner schon nach dem Sprungball in die Zange nahm.

Scrubb entfacht das feuer

Philipp Scrubb legte los wie ein Zündholz. Nach vier Minuten steht 9:2, sieben der Punkte gehen auf sein Konto. Santi Yusta trifft zwar den ersten Korbtreffer für die Maños, doch danach gucken die Aragonesen nur noch zu. Joan Plaza wechselt früh, bringt Wright-Foreman – nichts hilft. Teneriffa rotiert, passt, trifft, verteidigt. Fitipaldo kommt, wirft, trifft. Shermadini dominiert die Zone, Huertas lenkt das Spiel wie ein Dirigent. Zur Pause liegt der Kanaren-Club bereits mit 15 Punkten vorne – ein Vorsprung, der sich anfühlt, als wäre er doppelt so groß.

Die zweite Hälfte wird zur Demonstration. Huertas trifft den Dreier zum 63:42 – 21 Punkte Differenz, die Halle tobt. Washington antwortet zweimal von draußen, doch es ist ein Sturm gegen eine Mauer. Jedes Mal, wenn Zaragoza aufzuholen glaubt, schlägt Teneriffa zurück: Mills mit einem Fade-away, Shermadini mit dem zweiten Effort, Giedraitis vom Wing. Die Führung schmilzt nie unter zehn, am Ende wird aus Distanz noch einmal nachgelegt: 26 Punkte im vierten Viertel, 99 insgesamt – eine Zahl, die die Play-off-Ambitionen der Kanarischen Inseln untermauert.

Mills, der mann, den alle sehen wollten

Mills, der mann, den alle sehen wollten

12 Punkte in 17 Minuten – keine Sensation, aber ein Statement. Mills bewegt sich ohne Ball, zieht die Aufmerksamkeit wie ein Magnet, öffnet Räume für Fitipaldo (18 Zähler) und Huertas (20). „Er ist unser Turbo“, sagt Trainer Txus Vidorreta. „Patty bringt nicht nur Punkte, er bringt Respekt.“ Respekt vor dem Kollektiv: Sechs Spieler werfen zweistellig, nur Shermadini braucht mehr als 20 Minuten, um 15 Punkte und 8 Rebounds zu sammeln. Die Statistik? 54 % Feldwurfquote, 44 % Dreierquote, 23 Assists bei nur 9 Ballverlusten – Zahlen, die in der Liga obenauf thronen.

Für Zaragoza bleibt die Erkenntnis: Ohne Kontinuität wird die Saison zur Achterbahn. Miguel González liefert 9 Punkte aus der zweiten Reihe, doch die Defense ist ein Sieb, die Rotation zu langsam. Wright-Foreman trifft 15, Washington 11 – beide brauchen 28 Würfe. Die Kanaren dagegen wirken, als hätten sie noch einen Gang zurückgestellt. „Wir haben nicht gespielt, wir haben gearbeitet“, sagt Scrubb. Arbeit, die sich in der Tabelle auszahlt: Teneriffa klettert auf Platz drei, Zaragoza bleibt im Mittelfeld stecken.

5.100 Zuschauer verabschieden sich mit Standing Ovations – und mit einem neuen Liebling. Tim Abromaitis erhält vor dem Spiel die Ehrennadel für die meisten Einsätze in Clubgeschichte. Dann feiert Mills sein Debüt. Die Message ist klar: Die Kanaren wollen nicht nur mitspielen, sie wollen den Titel. Der Rest der Liga hat gewarnt: Wer hier in Teneriffa landet, spielt nicht nur gegen fünf Mann – er spielt gegen eine ganze Insel.