Tenerife kassiert heimpleite und bekommt real madrid als belohnung
Der letzte Spieltag der Liga Endesa wurde zur Geduldsprobe für La Laguna Tenerife. 82:87 gegen Surne Bilbao Basket – die Heimniederlage schickt die Inselmannschaft als Tabellenachter direkt ins Viertelfinal-Fegefeuer gegen Real Madrid. Die Königlichen warteten nur darauf.
Eine zweite halbzeit zum vergessen
Die Tenerife-Arena Santiago Martín war ausverkauft, 4.613 Zuschauer glaubten noch an den Sprung auf Rang sieben. Doch was folgte, war ein Kollaps nach dem Musterbuch. Nach der Pause lief plötzlich gar nichts mehr: 0:11 in zwei Minuten, danach riss der Faden nie wieder. Die Bilbao-Big Men Hlinason und Petrasek frästen sich im Zonenrand, Jaworski jagte von draußen die Nadelstiche. Patty Mills, sonst Garant für Punktesalven, verbrannte sich fast komplett – 4/14 FG, 0/5 Dreier. Nur Jaime Fernández hielt mit 15 Punkten die Fassade.
Das Problem war nicht neu. Sobald der Ball ins Zentrum rollte, klappte Tenerifes Help-Defense nicht mehr. Guerra half, Hlinason versenkte den Kurz-Runner. Keine Rotation, keine Kommunikation – ein System zerbröckelte live im TV.

Bilbao tanzt auf rang sieben
Das Team von Álex Mumbrú hingegen feierte mit dem Sieg die beste Platzierung seiner Clubgeschichte. Die Vascos wissen nun: Am Sonntag zieht der Los-König den Gegner für das Viertelfinale – Baskonia, Barça oder Unicaja. Alles besser als Madrid.
Statistik als Gerichtsverkündung: Bilbao traf nur 41 % aus dem Feld, bei Tenerife noch schwächere 38 %. Drei Minuten vor Schluss lag der Gast punktgleich, dann hämmerte Pantzar einen Step-Back-Dreier – 80:85 – und nahm dem Spiel die Luft.

Real wartet – und wird nicht gnädig sein
Jetzt steht fest: Tenerife reist in die WiZink Center-Hölle, wo Chus Mateo seine Rotation schon eingeölt hat. Die Kanarier holten zuletzt 2017 den Titel, doch die aktuelle Formkurve zeigt steil nach unten. Drei Niederlagen in den letzten vier Spielen lassen tief blicken.
Ein letzter Trost? Die Insel-Fans haben noch sieben Tage, um die Koffer zu packen und den Glauben neu zu entfachen. Denn gegen Madrid braucht es mehr als einen wachen Jaime Fernández – es braucht eine komplette Metamorphose. Sonst ist Saison-Ende schon Mitte Juni.
