Tempo-kontrollen eskalieren: spanien vernetzt sein straßennetz mit 3.621 radaranlagen
Spanien hat eine beunruhigende
Entwicklung vorzuweisen: Die Zahl der Geschwindigkeitsradaranlagen ist in den letzten fünf Jahren explodiert und übersteigt nun die beeindruckende Zahl von 3.621. Für Autofahrer bedeutet das eine drastisch erhöhte Wahrscheinlichkeit, von den Behörden zur Kasse gebeten zu werden – um fast 37 Prozent mehr im Vergleich zu 2021.
Die verteilung der kontrollen: mehr stadt als land
Während man das Bild von Radarstreben oft mit Autobahnen verbindet, konzentrieren sich tatsächlich nur 24 Prozent der Anlagen auf diese Schnellstraßen. Deutlich mehr – nämlich 32 Prozent – finden sich auf Landstraßen, aber die größte Dichte herrscht in den Städten vor: 44 Prozent der Radaranlagen überwachen hier den Verkehr. Ein Detail, das viele Autofahrer überraschen dürfte.
Die Zahlen des 'Observatorio de radares en España' zeigen einen klaren Trend: Die Anzahl der Streckenradare hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt, von 159 auf 295. Auch die Ampelüberwachung hat kräftig zugelegt, um 53 Prozent. Fest installierte Geschwindigkeitsradare sind um 32 Prozent häufiger geworden, während die Kontrolle von Sicherheitsgurten und Mobiltelefonen um 19 Prozent zunimmt. Diese Entwicklung ist nicht zu übersehen.
Katalonien führt das Ranking an, mit stolzen 936 Radaranlagen – eine Zahl, die die 273 der spanischen Hauptstadt Madrid bei Weitem übertrifft. Selbst die Provinz Barcelona mit 632 Radaranlagen liegt deutlich über dem Wert der gesamten Region Madrid. Andalusien folgt mit 462 Anlagen, gefolgt von Kastilien und León mit 376. Der Anstieg ist in allen autonomen Gemeinschaften zu beobachten, wobei Asturien mit einem satten Plus von 60 Prozent die Nase vorn hat. Auch die Kanarischen Inseln (+56%), Kantabrien (+50%) und die Balearen (+44%) haben ihre Radar-Infrastruktur massiv ausgebaut. Besonders im letzten Jahr stiegen die Zahlen auf den Kanarischen Inseln um 33 Prozent – ein deutlicher Indikator für den verstärkten Kontrolldruck.
Die Strategie der spanischen Behörden ist eindeutig: Nicht nur auf den großen Verkehrsachsen, sondern vor allem in den Städten und auf den Landstraßen wird das Tempo streng überwacht. Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie sich auf eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit von Strafzetteln einstellen müssen. Ein teures Vergnügen, das die spanischen Straßen zunehmend prägt.
Die steigende Anzahl an Radaranlagen wirft die Frage auf, ob die Maßnahme tatsächlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beiträgt oder ob sie primär dem Staatshaushalt zugutekommt. Die Zahlen sprechen für sich: Spanien investiert massiv in die Überwachung, während die Autofahrer die Zeche zahlen.
