Täve schur feiert 95. geburtstag: eine radsport-legende wird geehrt

Eine ikone des radsports wird 95

Gustav-Adolf “Täve” Schur, eine lebende Legende des Radsports, feiert heute seinen 95. Geburtstag. Der zweifache Weltmeister und vielfache Friedensfahrt-Sieger ist für Generationen von Sportbegeisterten im Osten Deutschlands ein Begriff. Hunderttausende säumten einst die Straßen, um ihn anzufeuern. Trotz seiner herausragenden Erfolge blieb Schur stets bescheiden und bodenständig.

Ein leben für den radsport

Ein leben für den radsport

Schurs Leidenschaft für den Radsport begann erst relativ spät, mit 19 Jahren. Sein Ziel war es, bei der Friedensfahrt teilzunehmen, dem größten Radsportevent des Ostens. Bereits 1952 erfüllte sich dieser Wunsch. Er gewann die Friedensfahrt 1955 und 1959 und trug damit maßgeblich zur Popularität dieser prestigeträchtigen Rundfahrt bei. Die Weltmeistertitel 1958 und 1959 sind weitere Meilensteine in seiner beeindruckenden Karriere.

Olympische erfolge und nationale anerkennung

Olympische erfolge und nationale anerkennung

Neben seinen Erfolgen auf der Straße konnte Schur auch bei den Olympischen Spielen überzeugen. Er gewann Bronze in Melbourne 1956 und Silber in Rom 1960 im Mannschaftsfahren. Von 1953 bis 1962 wurde er neun Mal in Folge zum Sportler des Jahres der DDR gewählt – eine eindrucksvolle Bestätigung seiner herausragenden Leistungen.

Ein taktischer meister: die wm 1960

Ein taktischer meister: die wm 1960

Besonders berühmt ist Schur für sein Verhalten bei der Heim-Weltmeisterschaft 1960 auf dem Sachsenring. Er “schenkte” seinem Teamkollegen Bernhard Eckstein den Titel, indem er nicht versuchte, an dessen Seite zu gehen. Diese taktisch kluge Entscheidung wird bis heute als eine der größten Leistungen der Radsportgeschichte angesehen. Schur setzte damit Teamgeist über den eigenen Erfolg.

Kontroverse vergangenheit und politische haltung

Kontroverse vergangenheit und politische haltung

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Täve Schur eine polarisierende Figur. Seine offene Haltung zur DDR und die Diskussionen um Doping in seiner Zeit führten zu Kritik. Dennoch wurde er 1979 und 1989 in Umfragen als populärster DDR-Sportler gewählt. Er war von 1958 bis 1990 Abgeordneter der Volkskammer und von 1998 bis 2002 Mitglied des Bundestages für die PDS.

Anerkennung und auszeichnungen

Trotz seiner kontroversen Vergangenheit wurde Schur im Herbst 2025 vom Landtag Sachsen-Anhalt mit dem Landesverdienstorden geehrt. Er bezeichnet diese Auszeichnung als seine “Hall of Fame in Sachsen-Anhalt”. Der Landessportbund und der Landtag haben zudem erneut einen Antrag auf seine Aufnahme in die “Hall of Fame” des deutschen Sports gestellt. Bisherige Anträge waren gescheitert.

Fit mit 95 und voller lebensfreude

Auch mit 95 Jahren ist Täve Schur noch vital und aktiv. “Mir geht es gut, 95 klingt ein bisschen viel. Ich kämpfe dafür, noch mindestens fünf Jahre länger zu machen”, erklärte er. Er hält sich durch tägliche Spaziergänge mit seiner Freundin fit und denkt darüber nach, vielleicht bald wieder aufs Rad zu steigen. Seine Lebensfreude ist bewundernswert.

Video-material

Ein sehenswertes Video über Täve Schur finden Sie hier: Sportschau.de