Tapia und coello erdrosseln galán in 63 minuten – valladolid jubelt
Arturo Coello spielte vor Heimpublikum, Agustín Tapia ließ den Ball flüstern, und die Nummer eins der Weltrangliste zog in der Plaza Mayor einfach davon. 6-4, 6-3 – fertig. Ein Finalmarathon? Fehlanzeige. Längst hatte der Magen-Darm-Infekt Alejandro Galán ausgeknockt, längst war Federico Chingotto nur noch ein Schatten, und längst war klar: Tapia/Coello haben drei Titel in Folge und die Konkurrenz hat ein Problem.
Der moment, in dem die luft raus war
Erster Satz, 4-4. Galán schlägt den Aufschlag zu lang, Chingotto kommt zu spät an die Volée, und plötzlich liegt der Return auf der Hand des 21-jährigen Coello. Er drückt die Rückhand durch die Mitte, setzt den Punkt mit einem Winner cross. Break, 5-4. Und weil Tapia im nächsten Aufschlagspiel eine Rückhand-Longline wie aus dem Lehrbuch vorbeizischt, ist der Satz gelaufen.
Zweiter Satz, 2-3. Chingotto rutscht aus, hält sich die Hüfte, schlägt zweimal auf den Belag. Die Physios hetzen herbei. Plaza-Major-Tribüne pfiff zunächst, dann applaudierte sie, als der Argentinier zurückkam. Aber das Schiff war längst abgefahren. Tapia servierte zwei Asse, Coello schnürte Galán in der Ecke ein – 6-3, Punkt.

Drei finals, drei titel – und jetzt?
Rome Major, Valencia, Valladolid. Drei Wochen, drei Silberpokale. Die Statistik lügt nicht: Seit dem bitteren Final-K.o. in Buenos Aires haben die "Golden Boys" 14 Siege in Serie hingelegt und nur einen Satz abgegeben. Die Gegner erhöhen das Tempo, Tapia und Coello erhöhen die Schlagzahl. Das ist kein Zufall, das ist System.
Galan und Chingotto? Sie verlassen die Plaza Mayor mit leeren Händen und vollem Reiseapothekenkoffer. Der Spanier schleppte sich noch zur Pressekonferenz, sprach von "Stärkemangel", und der Argentinier murmelte etwas von "besser nächste Woche" – doch die Stimme versagte. Wenn der Körper streikt, bleibt auch der Kopf stumm.
Jetzt richtet sich der Blick auf Paris. In zwei Tagen startet das nächste Masters. Tapia nimmt den Pokal, trägt ihn wie eine Trophäe durch die Menge, Coello lacht. Die Konkurrenz aber hat ein Rätsel zu lösen: Wie stoppt man ein Duo, das jeden Gegner schon mental vor dem ersten Aufschlag schlägt? Die Antwort bleibt offen – und wird wohl erst in Paris gesucht.
