Szilagyi packt aus: thw kiel zapft fischer 2027 an – büchner bleibt heiß
37:33 gegen den HSV, drei Nordderbys in 25 Tagen gewonnen – und trotzdem redet Kiel nur über die Zukunft. Victor Szilagyi nutzte die Halbzeitpause, um zwei Transferbomben zu entschärfen und eine weitere anzuzünden. Der Sportchef sagt, was wirklich hinter Justus Fischer steckt, warum Vincent Büchner noch nicht fix ist – und warum 2027 schon jetzt alle paralysiert.
Die Ankündigung traf ein, als die Sparkassen-Arena noch im Takt von „Lili Marleen“ schunkelte. Gestern Vormittag, 11:07 Uhr, bestätigte der THW die Verpflichtung von Justus Fischer – drei Jahre vor Vertragsbeginn. Ein Deal, so lang wie ein Handball-Court. „Wir haben uns unglaublich lange um ihn bemüht“, sagt Szilagyi, „das war kein Schnellschuss, sondern ein Marathon.“ Der Nationalspieler kommt 2027 für zwei Jahre, länger wollte Fischer nicht binden, kürzer wollte Kiel nicht verhandeln. Ein Kompromiss, der beide Sehen glücklich macht – und den Rest der Liga nervös.
Warum fischer 2027 und nicht schon 2025 kommt
Die Frage, die alle stellt: Wartet Kiel wirklich zwei weitere Saisons auf einen Kreisläufer, der aktuell in Lemgo schon 6,8 Tore pro Spiel wirft? Szilagyi lacht die Zahl klein. „Julian war auch nicht sofort bereit“, spielt er auf Julian Köster an, der 2023 nach langer Vertragsdance endlich an die Förde wechselte. „Die Spieler merken, wenn man Druck macht oder wenn man sie lieb fragt.“ Fischer hat offenbar lieb gefragt – und bekam eine Garantie: Du bist 2027 unser Mann, egal, wie sich der Markt dreht.
Dahinter steckt ein Kalkül, das größer ist als ein einzelner Transfer. Kiel baut gerade das nächste Jahrhundert-Team. 2026 laufen die Verträge von Domenik Schumann, Emil Jakobsen und Pavel Horak aus. Fischer soll den Übergang schmieren, nicht nur Tore werfen. „Er kann Linksaußen spielen, aber auch ins Zentrum rutschen. Das macht ihn zur flexibelsten Waffe, die wir seit Filip Jicha hatten“, schwärmt Szilagyi.

Büchner bleibt heiß – aber nur, wenn er besser macht
Vincent Büchner heißt der andere Name, der seit Wochen durch die Gänge flüstert. 24 Jahre, 1,96 Meter, Linkshänder – und gerade gegen Kiel mit acht Toren aufgefallen. „Wir haben einen klaren Plan“, sagt Szilagyi und macht eine kleine Kunstpause, „die Position ist noch offen. Aber wir wollen keinen Ersatz, wir wollen einen, der uns besser macht.“ Das klingt nach Büchner, klingt aber auch nach einem Preisschild, das sich Eisenach nicht leisten kann. 800.000 Euro Ablöse schätzen Insider, plus Gehalt, plus Handschlag. Kiel kann’s zahlen, will aber nicht übers Ziel hinausschießen. „Wir werden sehen“, sagt Szilagyi – und meint: Wir verhandeln, aber wir lassen uns nicht erpressen.
Die Uhr tickt. Magnus Landin wird im Sommer nach Paris wechseln, die Lücke links außen klafft. Eisenach will den Deal vor der EM fixieren, um Nachschub zu planen. Kiel wartet, weil es kann. „Wenn Vincent kommt, dann nicht als Magnus-Ersatz, sondern als Magnus-Upgrade“, sagt ein interner Scout. Die Kieler Analysten haben Büchners Zweikampfquote bei 72 Prozent, seine Sprintgeschwindigkeit bei 29,4 km/h – beides Spitzenwerte in der Liga. Aber: Er traf in dieser Saison nur gegen die unteren Tabellenhälften doppelt. Ein Risiko, das Szilagyi einkalkuliert.

Der 37:33 war nur das gerüst – der ehrliche sieg kommt 2027
Zurück ins Spiel. Kiel gewinnt 37:33, doch die Zahlen lügen. Bis zur 45. Minute lag der HSV vorne, Möller traf aus dem Rückraum wie aus einem Video-Spiel. Dann drehte Petter Overby auf, Niclas Ekberg verwandelte sieben Siebenmeter hintereinander – und Szilagyi atmete zum ersten Mal seit Tagen durch. „Der Sieg ist wichtig, aber er ist nicht das Thema“, sagt er, „wir bauen gerade etwas, was 2025, 2026, 2027 noch richtig knallen wird.“
Die Fans feiern trotzdem. Vor dem Südblock hängt ein Banner: „Justus 2027 – Vincent vielleicht – Kiel auf jeden Fall.“ Szilagyi lacht, als er es sieht. „Die Leute verstehen, dass wir nicht nur für heute planen.“ Dann verschwindet er in den Katakomben, wo bereits die nächste Excel-Tabelle wartet. Fischer ist gelandet, Büchner noch in der Luft. Der Nordderby-Sieg? Schon vergessen. In Kiel zählt nur die Zukunft – und die beginnt, nachdem der letzte Siebenmeter fällt.
