Svilar: serbisches drama trübt champions-league-glück
Rom – Mile Svilar, der gerade zum zweiten Mal in Folge als bester Torwart der Serie A ausgezeichnet wurde, erlebt ein paradoxes Schicksal: Er muss die WM in Amerika vom Sofa aus verfolgen. Nicht aufgrund mangelnder Leistung, sondern aufgrund einer verwickelten Geschichte rund um seine Nationalmannschaftswahl – eine Geschichte, die nun vor Gericht landen könnte.
Die fatale entscheidung von 2021
Der Hintergrund ist ein Freundschaftsspiel gegen Katar im September 2021. Svilar, der in Belgien geboren und aufgewachsen ist und dort sämtliche Jugendnationalmannschaften durchlief, gab für Serbien sein Debüt. Ein kurzes Kapitel, das für die FIFA als offizielle Länderspielteilnahme zählt und ihn nun in einen rechtlichen Zwiespalt manövriert. Der Druck seines Vaters, Ratko Svilar, einem ehemaligen serbischen Nationaltorwart, soll ihn zu dieser Entscheidung gedrängt haben.
Doch Svilar hatte sich geirrt. Er identifizierte sich stets mit Belgien, wo er enge Freundschaften schloss und seine Karriere begann. Er äußerte den Wunsch, für Belgien zu spielen, doch der Schritt kam zu spät. Die FIFA-Regularien sind unerbittlich: Einmal für eine Nationalmannschaft gespielt, kann ein Spieler nicht mehr für eine andere ausweichen.
Rudi Garcia, der belgische Nationaltrainer, hatte Svilar gerne in seinen Reihen gesehen, doch die FIFA blockierte diesen Wunsch. Auch Serbien schließt eine erneute Berufung von Svilar aus, verärgert über seinen Wechselwunsch. Seine Anwälte versuchen nun, durch eine Ausnahme eine WM-Teilnahme zu ermöglichen – ein Kampf, der wohl vor Gericht ausgetragen werden muss.

Eine saison voller glanz – und nun ernüchterung
Trotz seiner persönlichen Misere überzeugte Svilar auf dem Platz. Mit 18 Clean Sheets in der Serie-A-Saison reihte er sich unter den Top-Torhütern Europas ein – eine Leistung, die ihn zu einem gefragten Mann macht. Premier-League-Klubs zeigen bereits Interesse, doch die Roma möchte ihren Leistungsträger wohl nicht abgeben, es sei denn, es liegt ein unschlagbares Angebot vor.
Die Situation ist umso bitterer, da Svilar die Chance verpasst, an der Seite von Thibaut Courtois im belgischen Tor zu stehen. Ein Traum, der nun in weite Ferne gerückt ist – ein dramatisches Nachspiel seines verhängnisvollen Debüts für Serbien.
