Sv rödinghausen: zwei punkte richtung klassenverbleib, aber der jubel bleibt aus
Der SV Rödinghausen hätte gegen Velbert gern den Knaller geliefert, stattdessen kam ein 1:1 heraus – ein Ergebnis, das wie ein halbes Glas Wasser schmeckt: nicht bitter, aber eben auch nicht süß.
„Wir wollten das heimspiel mit aller macht gewinnen“
Lars Fleischer stemmte die Hände in die Hosen, als das Schlusspfiff durchs Stadion riss. „Das ist ein bitteres Resultat für uns“, sagte der 31-Jährige und klang, als hätte jemand ihm den Schluck aus dem Glas geklaut. 70 Minuten lang dominierten seine Jungs den Zweikampf, spielten die SSVg mit kurzen, schnellen Kombinationen an den Rand der Verzweiflung. Simon Breuer und Tim Corsten ließen Großchancen liegen, stolperten über den Ball oder über Nerven. Die Führung fiel dennoch, Corsten traf nach 36 Minuten. Die Kurve jubelte, die Bank atmete auf – und dann kam die 63. Minute.
Velberts Flanke segelte aus dem Halbfeld, senkte sich unerklärlich ins lange Eck. Keeper Jonas Esche musste nur noch zusehen. „Danach brauchten wir zu lange, um wieder zu unserem Spiel zu finden“, sagt Fleischer. Die Wucht des Spiels war weg, die SSVg roch die Chance. Rödinghausen antwortete mit Yildirim an der Latte und Probst, der den Abpraller neben das leere Tor setzte. Es war der Moment, in dem das Pendel hätte schwingen können – blieb aber stehen.

Kleine schritte statt große sprünge
Die Tabelle lügt nicht, sie erzählt nur halbe Wahrheiten. Der SVR liegt auf Platz 15, zwei Punkte vor der roten Zone. Von den letzten fünf Partien ging nur eine verloren – drei Remis, ein Sieg, fünf Gegentreffer. Die Defensive arbeitet, die Offensive zündet noch nicht. „Wir haben Ende Februar angefangen, die Grundstruktur anzupassen“, erklärt Fleischer. Gegen Lotte klappte es nicht, gegen Velbert schon. Die Null war nur ein Ausrutscher, sagt er. Die Latte war kein Ausrutscher, sondern ein Warnschuss.
Am Samstag geht’s nach Bocholt. Maximilian Hippe kehrt nach Gelbsperre zurück, Marco Hober könnte nach monatelanger Knöchel-Pause erstmals wieder Minuten sammeln. „Wir müssen den richten Mix finden“, sagt Fleischer. Er meint: hinten dicht, vorne scharf. Die Rechnung ist simpel, die Umsetzung kompliziert. Die Westfalen wissen: Sie können nicht mehr viele Male die Latte treffen und neben das Tor schießen. Irgendwann muss der Ball rein, sonst wird das halbe Glas schnell leer.
