Susen tiedtke: vom ddr-turnstar zur erfolgreichen heilpraktikerin
Vor 25 Jahren beendete Susen Tiedtke ihre erfolgreiche Karriere als Weitspringerin – ein Abschied, der viele überraschte. Doch die ehemalige Sportlerin hat sich nicht nur vom Rampenlicht verabschiedet, sondern auch ein neues berufliches Kapitel aufgeschlagen, das ebenso beeindruckend ist wie ihre sportlichen Leistungen.
Eine karriere zwischen glanz und kontroversen
Die gebürtige Ost-Berlinerin, geboren am 23. Januar 1969, begann ihre sportliche Laufbahn als Turnerin. Mit nur 13 Jahren wurde sie 1982 Landesmeisterin am Schwebebalken und gehörte 1984 zum Olympia-Kader der DDR. Der Boykott der Olympischen Spiele in Los Angeles verhinderte jedoch ihren großen Auftritt. Der Wechsel zur Leichtathletik, zunächst zum Stabhochsprung, führte sie schließlich zum Weitsprung – einer Disziplin, in der sie in den 1990er Jahren zu den besten zehn der Welt gehörte.
Tiedtke erlebte Höhen und Tiefen. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona belegte sie den achten Platz, in Sydney 2000 wurde sie Fünfte. Doch stets stand der Schatten von Heike Drechsler, der unangefochtenen Nummer eins im deutschen Weitsprung, über ihren Leistungen. Zwei deutsche Meistertitel konnte sie lediglich in Drechslers Abwesenheit erringen. Der Tiefpunkt ihrer Karriere war zweifellos die zweijährige Sperre im Jahr 1995 aufgrund des Nachweises von Oral-Turinabol, einem Anabolikum aus DDR-Zeiten. Tiedtke beteuert bis heute ihre Unschuld und vermutet ein mögliches Komplott, fand aber wenig Gehör.

Neuanfang im beruf: heilpraktikerin mit eigener praxis
Doch Tiedtke ließ sich nicht unterkriegen. Nach Ablauf ihrer Sperre kehrte sie zurück und kämpfte sich wieder an die Spitze. 2002 beendete sie endgültig ihre sportliche Karriere – ein Comeback-Versuch vor den Spielen in Athen 2004 scheiterte. Stattdessen entschied sie sich für eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, einen Beruf, der sie schon während ihrer Karriere faszinierte. „Mein Vater und ich haben während meiner aktiven Zeit Behandlungsmethoden aus den verschiedensten Ländern der Welt kennengelernt“, erklärte sie in einem Interview. „Ich fand das Thema so spannend, dass es zu meiner neuen Lebensaufgabe wurde.“
Heute führt Susen Tiedtke eine eigene Praxis in Berlin und hat sich erfolgreich in einem völlig neuen Berufsfeld etabliert. Ihre Vergangenheit als Spitzensportlerin und ihre Erfahrungen im Umgang mit dem eigenen Körper helfen ihr dabei, ihre Patienten bestmöglich zu betreuen. Das frühere „Miss Leichtathletik“ und „Deutschlands schönste Sportlerin“ hat bewiesen, dass man auch nach dem Ende einer glanzvollen Karriere neue Wege gehen und erfolgreich sein kann.
