Sugar mile in guinea-bissau: mehr als nur ein rennen
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: Der Sand knirscht unter den Füßen, die Sonne brennt, und eine Welle der Begeisterung rollt durch das kleine Dorf Cumbijã in Guinea-Bissau. Hier findet die Sugar Mile statt – kein prestigeträchtiges Laufevent mit Sponsoren und Zeitmesschips, sondern ein Ausdruck von Gemeinschaft und Überlebenswillen.Ein rennen, das leben verändert
Die Sugar Mile ist mehr als nur eine 1.600 Meter lange Strecke durch das staubige Dorf. Sie ist ein Fest, ein Hoffnungsschimmer und eine Möglichkeit für die Bewohner, etwas zu gewinnen, das weit mehr wert ist als eine Medaille: Nahrungsmittel. Ursprünglich wollte die NGO Kumpu die Läufer mit Auszeichnungen ehren, doch die Dorfbewohner wünschten sich stattdessen lebensnotwendige Güter wie Reis, Öl und andere Grundnahrungsmittel. Eine Entscheidung, die zeigt, wie anders die Prioritäten sind, wenn man mit den Basics zu kämpfen hat.
Rafa Zugasti, Vizepräsident von Kumpu, erzählt: “Wir haben erkannt, dass für diese Menschen eine Tüte Reis wertvoller ist als ein Pokal, der in einem einfachen Haus verstauben würde.” Ein weiteres Problem, mit dem die Läufer konfrontiert waren, waren die unvermeidlichen Verletzungen und Infektionen durch das Laufen barfuß. Dank einer Spendenaktion konnten die Organisatoren allen Teilnehmern Laufschuhe zur Verfügung stellen – eine kleine Verbesserung, die einen großen Unterschied im Leben der Menschen macht.

Von gambasse nach cumbijã: eine wachsende tradition
Die Sugar Mile hat ihren Ursprung vor einigen Jahren in Gambasse, einem abgelegenen Dorf im Landesinneren, wo sie in Zusammenarbeit mit der NGO Silo erstmals ausgetragen wurde. Im Jahr 2024 fand das Rennen in Cumbijã statt, einem der benachteiligten Dörfer der Region. Seit ihrer Gründung vor drei Jahren setzt sich Kumpu hier für die Verbesserung der Lebensbedingungen ein. Neben dem Bau eines Mehrzweckraums für Kinder und eines kleinen medizinischen Postens werden auch regelmäßige Gesundheitskampagnen durchgeführt und die Bewohner in der Entwicklung und Aufrechterhaltung wichtiger Aufgaben des Dorfes geschult.

Frauenpower auf der strecke
Was die Sugar Mile besonders macht, ist die breite Beteiligung der Frauen. “Es nehmen nicht nur die Jüngsten teil, sondern auch Mädchen, Mütter, Großmütter und sogar schwangere Frauen”, berichtet Rosa García, Sekretärin von Kumpu. “Das ist in einer Umgebung, in der die Möglichkeiten für die Teilnahme von Frauen an gemeinschaftlichen Aktivitäten oft begrenzt sind, von besonderer Bedeutung.”
Die Sugar Mile findet nicht nach einem festen Zeitplan statt, sondern ist abhängig von der Verfügbarkeit der Freiwilligen. Kumpu sucht ständig nach Unterstützung, um das Rennen zu organisieren und die Arbeit vor Ort fortzusetzen. Die nächste Expedition steht bereits vor der Tür, und die Organisation hofft auf motivierte Hände, um die Tradition fortzusetzen. In Cumbijã zählt nicht die Zeit, sondern die Gemeinschaft – ein Rennen, das zeigt, dass selbst in den entlegensten Winkeln der Welt der menschliche Zusammenhalt stärker ist als jede Not.
