Stuttgart feiert torrausch: 4:0-kantersieg gegen hsv katapultiert schwaben zurück auf rang 3
4:0 – ein Ergebnis, das alles sagt und nichts erklärt. Die Stuttgarter haben den HSV am Samstagnachmittag nicht einfach nur besiegt, sie haben ihn zerlegt. Mit Tempo, Präzision und dem Selbstvertrauen von Nationalspielern, die gerade erst die letzten Ecken der Welt kennengelernt haben. Die Konsequenz: VfB wieder auf Platz 3, RB Leipzig weggeschoben – wenn auch nur aufgrund des besseren Torverhältnisses.
Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor der Partie von „Reifeprüfung“ gesprochen. Was danach folgte, war keine Prüfung, sondern eine Demonstration. Bereits in der 21. Minute zogen Ramon Hendriks, Deniz Undav und Jamie Leweling drei perfekte Pässe in Serie – Angelo Stiller musste nur noch einschieben. Kurz darauf eroberte Stiller selbst im Aufbauspiel den Ball, Undav legte direkt weiter, Chris Führich ließ mit links nichts anbrennen – 2:0 und sein fünfter Saisontreffer. Beide Torschützen waren erst in den vergangenen Tagen in den erweiterten Nationalkader eingeflogen worden.
Maximilian mittelstädt schießt sich zurück in länderspiel-form
Der Dämpfer für Hans-Dieter Flick kommt zur rechten Zeit: Maximilian Mittelstädt, zuletzt gestrichen, donnerte nach der Pause einen Linksschuss aus 30 Metern, abgefälscht, unhaltbar – 3:0. Die Botschaft war eindeutig: „Ich bin noch lange nicht weg vom Fenster.“
Die Partie war gelaufen, der HSV chancenlos. Ohne Abwehrchef Luka Vuskovic wirkte die Hamburger Hintermannschaft wie ein offenes Tor, die Offensive fand nur einmal die Richtung – und die war das Seitenaus. Symbolbild: Ransford-Yeboah Königsdörffer stand allein vor dem Strafraum, schoss den Ball ins Toraus. Stuttgart hätte höher gewinnen können, wollte aber nicht mehr.

Undav sieht gelb und fehlt gegen bayern
Der einzige Wermutstropfen trägt den Namen Deniz Undav. Der Angreifer verschoss einen späten Elfmeter und kassierte seine fünfte Gelbe Karte – gesperrt im Topspiel gegen Bayern München. Es ist die zweite Saisonbremse nach seinem Kreuzbandriss-Vorjahr, doch Hoeneß nahm es gelassen: „Wir haben genug Feuer im Sturm.“
Den Schlusspunkt setzte El Khannouss, eingewechselt, frisch, hungrig – 4:0. Die MHP-Arena tobte, die Schwaben jubelten, der HSV zählte die Blessuren. Nächste Woche wartet das Nordderby in Bremen, für Stuttgart der Blick nach oben: Bayern, Leipzig, Dortmund – alle in Schlagdistanz. Die Richter-Klappe fällt: Wer so spielt, darf träumen. Und wer träumen darf, muss nicht fragen, wohin die Reise geht.
