Streik im wm-hauptquartier los angeles: sofi-stadion droht 96-prozent-boykott

Knapp sieben Tage vor dem US-Eröffnungsspiel gegen Paraguay liegt der WM-Fieberkurve eine eiskalte Streikdrohung quer: 96 % der rund 2 000 Beschäftigten des SoFi Stadium in Inglewood haben für einen sofortigen Arbeitskampf gestimmt. Die Gewerkschaft UNITE HERE Local 11 erklärt sich kampfbereit – und stellt FIFA, Stadionbetreiber Legends Global sowie die US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Zerreißprobe.

Kernforderung: ice-agents raus aus dem stadion

Der Knackpunkt ist nicht das übliche Tarifgezerre, sondern ein exklusiver Sicherheitsvorbehalt: Die Gewerkschaft verlangt eine schriftliche Garantie, dass keine Beamten der Immigration and Customs Enforcement das Gelände betreten dürfen. Kurt Petersen, Co-Präsident von UNITE HERE, spitzt zu: „Legends nimmt unsere Sicherheitsbedenken nicht ernst genug.“ Die Angst: Mitarbeiter könnten während ihrer Schicht abgefangen und abgeschoben werden – ein Albtraumszenario für viele lateinamerikanische Kollegen.

Die letzte Verhandlungsrunde war am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochen, der alte Tarifvertrag ist bereits ausgelaufen. Ersatzkräfte? Fehlanzeige. Jede neue Arbeitskraft müsste erst den umständlichen Sicherheits-Background-Check der kalifornischen Behörden durchlaufen – ein Prozess, der normalerweise Wochen dauert.

Knackpunkt sieben tage vor dem us-start

Knackpunkt sieben tage vor dem us-start

Am 13. Juni um 3.00 Uhr MESZ rollt im 70 000-Sitze-Koloss der erste Ball – USA gegen Paraguay. Weitere fünf Partien, darunter ein Viertelfinale, sind hier angesetzt. Ohne Service- und Küchenpersonal droht der glamouröse WM-Auftakt zu einem logistischen Fiasko zu werden. Die Fans würden auf kalte Hot-Dogs und verschlossene Premium-Lounges treffen, wenn am Ende doch kein letztes Rettungsgespräch gelingt.

Die Uhr tickt. Die Gewerkschaft hat ihre Schlagkraft bewiesen – jetzt liegt der Ball bei FIFA und Legends. Ein Boykott würde nicht nur den Turnierfluss stören, sondern auch die ohnehin fragilen Menschenrechtsdebatten um die WM 2026 neu entflammen. Die nächsten 48 Stunden entscheiden, ob Los Angeles als strahlender Gastgeber oder als Krisenknotenpunkt in die Geschichte eingeht.