Stork verpasst rosa trikot: "ein ziemliches casino im finale"
Cosenza – Florian Stork vom Team Tudor hat auf der vierten Etappe des Giro d’Italia die Chance auf das begehrte Rosa Trikot vergeben. Nach einem taktisch komplexen Rennen und einem nervenaufreibenden Finale landete der Schweizer knapp hinter Giulia Ciccone und verpasste damit die Gesamtführung knapp.
Die knappe verpasung und die unerwartete attacke
Nachdem Stork auf der zweiten Etappe bereits einen starken zweiten Platz belegte und nur vier Sekunden Rückstand auf den damaligen Führenden Guillermo Thomas Silva hatte, schien der Sprung auf die oberste Stufe des Podiums heute greifbar. Das Team Tudor hatte einen Plan ausgearbeitet, um Stork in eine vorteilhafte Position zu bringen, insbesondere auf dem Cozzo Tunno, dem einzigen Anstieg des Tages. Doch das Rennen verlief anders als erwartet.
Die Anstiegs-Passage entpuppte sich als entscheidender Moment. Neben zahlreichen Sprintern fiel auch Silva, der Mann in Rosa, dem hohen Tempo der Konkurrenz zum Opfer. Stork fand sich kurzzeitig in der virtuellen Gesamtwertung an der Spitze wieder, doch der Weg zum Sieg war noch lang und steinig. Der Red Bull Kilometer, bei dem Bonussekunden vergeben wurden, stellte Stork vor eine neue Herausforderung. "Es war ein hohes Tempo an dem Berg, das hatte ich so nicht erwartet", erklärte er im Interview mit Eurosport-Experte Jens Voigt. "Ich dachte, die Gruppe wäre etwas größer, das wäre für mich besser gewesen."
Im Finale kam es dann zu einem entscheidenden Showdown. Jan Christen vom UAE-Emirates-Team startete eine überraschende Attacke, die Stork und viele andere Fahrer auf dem falschen Fuß erwischte. "Im Finale war es ein ziemliches Casino", gab Stork zu. "Es war schwer, das richtige Hinterrad zu finden, und mit der Attacke von Christen waren wir ziemlich schnell unterwegs. Im Sprint hatte ich dann die Beine nicht."

Ciccone übernimmt die führung – stork bleibt im rennen
Der Etappensieg ging an Jhonatan Narvaez, gefolgt von Orluis Aular. Giulia Ciccone sicherte sich das Rosa Trikot und übernahm damit die Gesamtführung des Giro d’Italia. Für Stork bedeutet dies, dass er weiterhin vier Sekunden Rückstand auf den neuen Führenden hat. Doch die Hoffnung ist nicht gänzlich geschwunden. Die fünfte Etappe nach Potenza bietet ihm die Möglichkeit zur Revanche.
"Die Etappe nach dem Ruhetag ist etwas besonderes", so Eurosport-Experte Robert Bengsch. "Viele trainieren hart, um die Belastung zu spüren." Stork wird sicherlich bestrebt sein, von dieser besonderen Atmosphäre zu profitieren und seine Position im Gesamtklassement zu verbessern. Die Jagd auf das Rosa Trikot ist noch lange nicht vorbei.
