Stange ballert sich zurück in den hsv-kader – und lacht über poulsen & co.

13 Minuten gegen Leverkusen, ein Dribbling gegen drei Nationalspieler, ein Schuss mit dem Außenrist: Otto Stange hat sich gerade die Luft im Volksparkstadion geholt, die ihm vier Stürmer vor der Nase wegschnappen.

Der 19-Jährige kam, sah – und scheiterte an Janis Blaswich. Kein Tor, aber eine Botschaft. „Ich muss besser sein“, sagt er, grinst, und meint damit Yussuf Poulsen, Robert Glatzel, Ransford Königsdörffer und Winter-Neuzugang Damion Downs. Vier Profis, ein Platz. Die Rechnung ist simpel: Wer nicht trifft, sitzt. Wer sitzt, wird verliehen. Stange kennt das Lied.

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Dort, in der Provinz der 2. Liga, lernte er, was Rangnick schon wusste: Ohne Ballackmusik geht nichts. Drei Tore, zwei Vorlagen – alles als Joker. Younes Ebnoutalib blockierte die Startelf, Stange blockte die Frustration ab. „Ich bin dem Coach dankbar“, sagt er heute. Dankbar für die Lehre, dass Talent allein nur ein Schönwetterdasein ist.

Merlin Polzin sieht einen „reiferen“ Stange, aber noch nicht den Endstand. „Wir begleiten ihn eng“, betont der Trainer. Denn der Junge, der einst beim Stadtrivalen St. Pauli kickte, jetzt aber das HSV-Trikot trägt, ist immer noch ein Rohdiamant mit scharfen Kanten. Zweimal Bundesliga, zweimal Publikumsgänsehaut. Das reicht fürs Porträt, noch nicht für die Tabelle.

Die Uhr tickt. Poulsen läuft WM-Form auf, Glatzel liefert Konstante, Downs bringt US-Power mit. Stange muss nicht nur besser sein, er muss glänzen. Leverkusen war ein Leuchtfeuer, nicht mehr. Nächste Gelegenheit: Samstag, 15.30 Uhr, Heimspiel. Dann zählt kein Dribbling, nur das Netz, das zappelt.

Er weiß, was zu tun ist: „Mehr machen!“ Eine Kampfansage an sich selbst – und an vier Stürmer, die gerade aufgehorcht haben. Der Volkspark wird lauschen.