Stadionchaos nach wiener derby: randalierern drohen haft und jahrelanges verbot
Ein Kübel statt eines Tores – das war die Bilanz fünf Fanatiker, die sich im September 2024 aufs Allianz-Stadion-Rasen stürzten. Die Justiz ließ keine Zeit verstreichen: Bereits am Donnerstag fielen die Urteile, und sie fallen hart. Bis zu 14 Monate Haft, bedingt, aber auf Bewährung, dazu ein flächendeckendes Stadionverbot für alle Landesbewerbe.
Die Richterin sprach von „schwerer gemeinschaftlicher Gewalt“, die Bilder der Überwachungskameras belegen Pyro-Geballer, Faustschläge, verletzte Polizistinnen. Die Anklage zählte 22 Beschuldigte, am Ende blieben fünf auf der Anklagebank sitzen – vier Urteile sind bereits rechtskräftig, einer zögert und bietet Bedenkzeit an.
Der 30-jährige serienrüpel und seine letzte chance
Der Mann mit fünf Vorstrafen räumte ein, „dass es so nicht weitergeht“. Seine Verteidigung hofft auf eine Fußfessel statt Zellenboden, denn ein Anti-Gewalt-Training hat er bereits freiwillig absolviert. Die Richterin glaubt ihm halb, verhängte aber 15 Monate bedingt und drei Monate unbedingt – ein Zeichen, dass Gewalt-Vorbelastung nicht einfach verjährt.
Der jüngste Mitangeklagte, 21, ist ebenfalls vorbestraft – 14 Monate auf Bewährung. Die übrigen drei müssen mit drei bis fünf Monaten rechnen, allesamt aber nur, wenn sie innerhalb der zweijährigen Probezeit erneut auffallen. Ansonsten bleibt der Strafregister-Eintrag makellos.

Stadionverbot mit system
Kein Bundesliga-Kick, kein Cup-Fight, kein Länderspiel – für zwei Jahre sind die fünf aus dem österreichischen Fußball verbannt. Freundschaftsspiele inklusive. Die Kosten tragen sie selbst: 150 Euro Verfahrensgebühr plus 50 Euro symbolische Wiedergutmachung an Rapid und einen verletzten Beamten. Die Botschaft lautet: Wer das Spielfeld zur Schlachtbank macht, fliegt raus – finanziell und emotional.
Die Verteidiger plädierten auf „Bildungswillen“ und „Lernbereitschaft“. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Strafen, obwohl sie von einem „quasi kriegsähnlichen Zustand“ gesprochen hatte. Verletzte Polizisten, ein Fan mit Jochbeinbruch – die Bilder sind eindringlich genug, um die sportliche Leidenschaft in Frage zu stellen.
Der Rapid-Trainer Klauß und Co-Trainer Kulovits sollen als Zeugen aussagen, um zu klären, ob Club-Seite die Eskalation hatte kommen sehen. Die restlichen 13 Beschuldigten kassierten Diversionen und bleiben strafrechtlich unbescholten, sofern sie die Auflagen erfüllen. Für Rapid selbst folgen Konsequenzen: drei Heimspiele ohne eigenes Publikum, kein Auswärtskontingent bei Derby-Fights die nächsten drei Jahre.
Der Verein droht mit Geisterspielen statt Punktabzug – ein Schritt, der die Liga vor neue finanzielle Fragen stellt. Die Fanszene diskutiert, ob die Sicherheitskonzepte taugen, die Justiz liefert Antworten: Wer stürmt, zahlt. Und wer zweimal stürmt, landet im Gefängnis. Das nächste Wiener Derby steht vor der Tür – ohne die Verurteilten, aber mit der Erinnerung an eine Nacht, in der der Rasen zum Schlachtfeld wurde.
