St. pauli-boss göttlich schießt scharf ab: infantino und die wm im visier!
Chaos im deutschen Fußball
? St. Pauli-Präsident Oke Göttlich hat in einem explosiven Interview mit Sky die Messlatte für Kritik erhöht – und dabei gleich zwei hochrangige Ziele ins Visier genommen: Fifa-Präsident Gianni Infantino und die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika. Göttlichs Ansage ist ein Erdbeben im vermeintlich beschaulichen deutschen Fußballbetrieb.
Die politische vertretung im sport: ein heikles thema
Die Vorwürfe des Pauli-Bosses sind brisant. Er wirft Infantino vor, sich und die WM für politische Zwecke instrumentalisieren zu lassen, insbesondere im Hinblick auf die Verleihung des sogenannten „Friedenspreises“ an Donald Trump im November 2025. Ein Schritt, der weltweit für heftige Kritik sorgte und den Ruf des Fußballverbands nachhaltig beschädigt hat. Göttlich findet deutliche Worte: „Es wird uns immer vorgeworfen, zu viel Politik in den Sport zu bringen. Die größte politische Shitshow findet in diesem Sommer in den USA statt.“
Doch die Kritik geht weiter. Göttlich, der seit 2014 das Ruder bei St. Pauli übernommen hat, hat bereits Anfang des Jahres eine Diskussion über einen möglichen WM-Boykott angestoßen, was vom DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf abgetan wurde. Neuendorf argumentierte, dass solche Themen zunächst in den Gremien diskutiert werden müssten. Eine Antwort, die Göttlich als arrogant und wenig überzeugend empfand.
„Etwas verwundert war ich über Bernd Neuendorfs Aussage, der Herr Göttlich sei doch etwas jung dabei“, konterte Göttlich, der mit einem Augenzwinkern darauf hinwies, dass er selbst im deutschen Fußball schon länger im Geschäft ist als Neuendorf, der erst 2019 Vorsitzender des Verbandes Mittelrhein und 2022 DFB-Präsident wurde. Die Debatte um die politische Neutralität des Fußballs und die Rolle des DFB spitzt sich zu, während Bayern München am Millerntor gastiert. Ein weiteres Kapitel im fortwährenden Tauziehen zwischen Tradition und Fortschritt im deutschen Fußball.
Die Äußerungen Göttlichs werfen ein Schlaglicht auf die zunehmende Polarisierung im deutschen Fußball. Während einige auf eine strikte Trennung von Sport und Politik pochen, fordern andere eine stärkere gesellschaftliche Verantwortung des Sports. Und während Uli Hoeneß von Bayern München sich in die Diskussion einschaltet, bleibt abzuwarten, ob Göttlich mit seiner scharfen Kritik tatsächlich eine Welle der Veränderung auslösen kann. Ein Fakt ist jedoch klar: Der deutsche Fußball wird sich in den kommenden Monaten mit den unbequemen Fragen auseinandersetzen müssen, die Göttlich aufgeworfen hat.
