Spion-skandal vor wm-playoff: italiens soldat filmt bosniens training

Ein italienischer EUFOR-Soldat hat am Montag das geschlossene Training der bosnischen Nationalmannschaft gefilmt – 70 Kilometer vor dem Finale um die WM-Teilnahme. Die Bilder entstanden in Butmir, wo Trainer Sergej Barbarez taktische Übungen einstudierte. Sicherheitsleute stoppten den Mann nach eigenen Angaben, nachdem er länger als die erlaubten 15 Minuten mit dem Handy aufs Spielfeld gezoomt hatte.

Der bosnische Verband reichte sofort Beschwerde bei der EU-Mission ein. Ob Rom den Spähgang beauftragte, bleibt offen. Klar ist: Verliert Italien heute Abend in Zenica, fehlt die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge bei einer WM. Die Druckwerte steigen auf 200 Prozent.

Der vorfall in butmir: was genau geschah?

Der vorfall in butmir: was genau geschah?

Laut Augenzeugen postierte sich der Soldat neben dem Zaun des Trainingsplatzes und filmte durch das Netz. Als Stabmitglieder ihn ansprachen, gab er an, „nur ein paar Schnappschüsse“ zu machen. Die Antwort überzeugte niemanden. Man konfiszierte das Handy, notierte seine Personalien und schickte ihn vom Platz.

Für Italien wäre ein weiterer WM-Fehlen ein historischer Tiefpunkt. Bosnien dagegen winkt nach dem Elfmetersieg gegen Wales das erste Turnier seit 2014. Anpfiff in Bilino Polje ist um 20.45 Uhr, Schiedsrichter ist François Letexier aus Frankreich.

Die Stimmung im Lager des Gegners ist angespannt. Italiens Medien sprechen bereits vom „Zenica-Drama“. Bosniens Fans feiern ihre Mannschaft auf den Straßen, trotz der Spionage-Affäre. Wer heute gewinnt, reist 2026 in die USA, Kanada und Mexiko – Verlierer bleibt zu Hause und muss wieder von vorne beginnen.