Sperre light für muheim: hsv entgeht horror-szenario – vuskovic bleibt?
Miro Muheim darf am 18. April im Weser-Stadion wieder ran. Das DFB-Sportgericht verhängte lediglich eine Ein-Spiel-Sperre – ein Seufzer ging durch Hamburg, denn intern war man von zwei Partien ausgegangen. Der Schweizer Innenverteidiger fehlt damit nur beim Gastspiel in Stuttgart, sonst nichts.
Warum das urteil für den hsv mehr ist als nur ein spiel
Die Szene war schnell erklärt: 64. Minute gegen Augsburg, Anton Kade will sich auf links durchsetzen, Muheim grätscht, trifft den Füßen des SC-Flügelspielers und fliegt mit Rot vom Platz. Der Kontrollausschuss stufte die Aktion als „unsportliches Verhalten“ ein – keine Tätlichkeit, kein brutales Foul. Damit blieb die Strafe im unteren Bereich der Richtlinien. Für den HSV bedeutet das: die Abwehrkette rutscht nicht auseinander, die personelle Planung behält Kontur.
Trainer Merlin Polzin muss nur einmal umbauen. Links hinten rückt William Mikelbrencis nach, rechts übernimmt Giorgi Gocholeishvili. Eine Lösung, die in der Länderspielpause intensiv geprobt wurde. Die beiden 22 und 25 Jahre alt – schnell, dribbelstark, aber noch ohne Bundesliga-Erfahrung. Gegen den VfB wird es ein Crashtest.

Jatta zurück, capaldo raus – und ein hauch vuskovic-hoffnung
Bakery Jatta lief am Dienstag wieder mit der Mannschaft, erste Spurts, Ballarbeit, kein Gesichtsausdruck der Schmerzen. Wenn das Oberschenkel-Bindengewebe mitspielt, sitzt er zumindest auf der Bank in Stuttgart. Dagegen trabte Nicolás Capaldo einsam mit Reha-Trainer Sebastian Capel um das Feld – Bauchmuskelprobleme, kein Reisen. Argentinien ruft, aber der Körper streikt.
Und dann ist da noch Luka Vuskovic. Der 19-jährige Abwehrchef hat bislang jedes Angebot verlängert abgelehnt. Doch intern heißt es: die Reduktion der Sperre für Muheim sei „ein Signal der DFB-Gerechtigkeit“, das auch den Kroaten beeindruckt habe. Kein Vertrag, aber ein kleiner Türspalt. Sportdirektor Claus Costa schweigt zu Details, spricht nur von „sehr konstruktiven Gesprächen“.

Stuttgart als gradmesser – und bremen als ziel
Costa nimmt keine Blatt vor den Mund: „Der VfB ist eine Spitzen-Mannschaft, gespickt mit Nationalspielern, die auch als Kollektiv funktionieren.“ Die Zahlen sprechen für sich: 21 Spiele ohne Niederlage, 56 Tore, nur 18 Gegentore. Hamburg muss in die Lücke stoßen, die Stuttgarter Außenverteidigung um Mittelstädt und Vagnoman ist schnell, aber mit Platz. Genau dort will Polzin Jatta oder Königsdörffer einsetzen, um Guirassy die Zuarbeit zu nehmen.
Am 18. April steht dann der Nord-Klassiker an. Muheim zurück, vielleicht Jatta von Beginn an, vielleicht sogar Capaldo. Die Saison drohte gegen Augsburg zu kippen, doch das DFB-Urteil war der erste Richter, der den HSV nicht verurteilte. Jetzt zählt nur noch Platz drei – und die Frage, ob Vuskovic beim Endspurt doch noch mitmischt.
