Spartan kehrt 2026 nach encamp zurück – und feiert zehn jahre absoluter extraklasse
Am 18. Juli 2026 kracht es wieder in den Pyrenäen. Dann startet die Jubiläums-Ausgabe von Spartan Encamp-Andorra – und knapp 4.000 Athleten werden sich in Straßen und Gletscherschluchten einen Herzinfarkt nach dem anderen holen. Warum das Jubiläum mehr ist als ein runder Geburtstag? Weil diese Veranstaltung seit 2016 beweist, dass man auch in einem Mikrostaat Gigantisches erleben kann.
Die Bilanz: über 30.000 Starter, mehr als 40 Nationen, eine ununterbrochene Serie trotz Vulkanausbrüchen, Schneechaos und eben jener Pandemie, die 2020 Spartan Andorra zur ersten großen internationalen Wettkampf-Sause nach dem Lockdown machte. Damals ging’s bei Minustemperaturen über verschneite Grate – und die Bilder gingen um die Welt.
Ein kurs, der sich ins gedächtnis brennt
Start und Ziel liegen mitten in Encamp. Von dort führt die Strecke in weniger Kilometern durch mehr Klimazonen als ein transandiner Zug: über steile Kopfsteinpflaster-Gassen, hinauf zum steinernen Chaos des Lago d’Engolasters, wieder hinab durch schwindelerregende Singletrails und schließlich zurück ins Städtchen, wo die Zuschauer bereits mit Estrella-Gläsern klingeln. Die Höhenmeter? Laut GPS-Schnitt knapp 1.800. Die Erinnerung? Unbezahlbar.
Für 2026 hat Spartan einen eigenen Retro-Look geschaffen: ein Logo in Bronze-Grün, das an die allererste Ausgabe erinnert – damals noch mit 900 Startern und einer provisorischen Rampe aus Paletten. Die heutige Rampe ist drei Meter hoch, aus Stahl, und wer sie ohne Technik-Stop schafft, bekommt Applaus wie bei der Tour de France.

Die wahren helden stehen am rand
Zehn Athleten haben jeden einzelnen Lauf seit 2016 bestritten – vom Sprint bis Ultra. Einer von ihnen, der Kölner Jörg Schäfer (48), packte nach seiner siebten Teilnahme trocken aus: „Ich fliege für drei-Stunden-Qual, aber die Aussicht vom Coll d’Ordino entschädigt alles.“ Er und neun weitere Dauerbrenner werden auf der Zielgerade geehrt, zusammen mit den zehn Läufern, die in Andorra die meisten Spartan-Runden insgesamt absolviert haben – Spitzenreiter ist eine Mallorquinerin mit 89 Finisher-Medaillen.
Dahinter steckt eine Maschinerie, ohne die nichts läuft: Andorra Turisme versteht sich als Katalysator für Abenteuer, das Comú d’Encamp rechnet für 2026 erneut mit rund 3,5 Millionen Euro indirekten Zusatzerlösen. Lokale Hotels sind ausgebucht, selbst das winzige Bordsteh-Café am Funicamp zieht dreitägige Schlangen – und das bei Preisen, die sonst nur in St. Moritz üblich sind.

Was 2026 noch anders wird
Neue Hindernisse, eine überarbeitete Bergpassage oberhalb des Estany de l’Illa und erstmals ein Nacht-Heat unter Flutlicht sorgen für Extra-Schweiß. Dazu gibt es eine Charity-Kategorie: jeder Euro Startgebühr oben drauf fließt in die Bergwacht Andorra – eine Spende, die in diesem Gelände nicht nur symbolisch ist.
Die Anmeldung öffnet am 1. Oktober. Wer dabei sein will, sollte schnell sein: 2025 war nach 72 Stunden ausverkauft. Und eine Prophezeiung gibt es noch vom Spartan-CEO für Europa: „2026 wird der lauteste Start seit je.“ Grund genug, die Ohren schon mal freizuhalten – oder besser: die Waden.
