Spanische tennishoffnung scheitert: sinner demontiert madrid-traum
Ein Schock für den spanischen Tennisverband: Bei den Madrid Open steht kein spanischer Spieler mehr in den Einzeln. Der junge Rafa Jódar, einst als Hoffnungsträger gehandelt, verlor sein Match gegen Jannik Sinner – ein deutliches Zeichen der aktuellen Kräfteverhältnisse im Tenniszirkus.
Die dominanz des italienischen weltklassespielers
Das Duell zwischen Jódar und Sinner endete mit einem klaren 6:2 und 7:6(0) für den Weltranglisten-Ersten. Schon früh im Spiel zeigte sich der Unterschied in der Klasse und Erfahrung. Die Regenpause, die die Anlage Manolo Santana zwang, ihre Pforten zu schließen, schien Sinner sogar entgegenzukommen – er fühlte sich sichtlich wohl in dieser Umgebung, in der er bereits 10 seiner 27 Titel gewonnen hat. Seine beeindruckende Bilanz von 91 gewonnenen von 112 Partien auf Hartplatz (81,3 Prozent) spricht Bände.
Was Sinner von vielen anderen Top-Spielern unterscheidet, ist seine Konstanz. Er hält das Tempo über die gesamte Partie hoch, was für seine Gegner oft eine unüberwindbare Hürde darstellt. Jódar hielt anfangs gut mit, bis zum Stand von 2:2 gelang es ihm sogar, einen Breakball zu erobern. Doch dann schaltete Sinner eine Gang in der Präzision und Intensität hoch. Die Bälle landeten präzise auf den Linien, die Aufschläge peitschten mit über 215 Kilometern pro Stunde durch die Luft – eine Demonstration von spielerischer Überlegenheit.
Die Tribüne bangt, Bellingham schaut zu
Die Zuschauer in der Caja Mágica waren enttäuscht. Sie hatten gehofft, ihren neuen Idol zu sehen, der zudem noch aus Madrid stammt. In der ersten Reihe saß kein Geringerer als Jude Bellingham, der bis dato ein Glücksbringer für Jódar war. Auch Franco Mastantuono, ein ehemaliger Fußballspieler von Real Madrid, verfolgte das Match aufmerksam.
Jódar kämpfte verbissen weiter, erkämpfte sich sogar einen Vorteil mit 3:2 und 15:40. Doch in diesem entscheidenden Moment zauberte Sinner einen spektakulären Lob heraus, der die Menge in Atem hielt. Er wehrte alle sieben Breakbälle ab, mit der Ruhe eines Weltklassespielers. Die Spannung im zweiten Satz blieb hoch, bis das Tie-Break die Entscheidung brachte. Sinner kennt Jódars Stärken und weiß, welche Probleme er ihm bereiten kann – die kommenden Duelle werden sicherlich spannender.
Jannik Sinner strauchelte zwar kurz auf dem Sandplatz, hielt aber dennoch die Oberhand und zog verdient in die Semifinals am Freitag ein. Mit 21 Siegen in Folge und 26 Erfolgen bei Masters 1000 Turnieren untermauert er seinen Anspruch als einer der besten Tennisspieler der Welt.

Die belastung für den jungen spanier
Während Sinner bereits ein ausgereifter Spieler ist, befindet sich Jódar noch im Aufbauprozess. Der junge Spanier kam mit müden Beinen ins Match, nachdem er in den letzten 16 Tagen bereits zehn Partien bestritten hatte – eine enorme Belastung für einen Nachwuchsspieler. Und bereits am kommenden Mittwoch beginnt das Masters 1000 Turnier in Rom. Seine Reise durch die Top-Ten ist noch lang, aber das Potential ist unbestritten.
