Spanische laliga: vereine setzen auf neue geschäftsmodelle und fanerlebnisse
- Spanische laliga: vereine setzen auf neue geschäftsmodelle und fanerlebnisse
- Ein neuer ansatz für hospitality im spanischen fußball
- Der digitale faktor als schlüssel zur differenzierung
- Der business club als basis des vertriebstrichters
- Von vip-produkten zu erlebnis-ökosystemen
- Vernetzte bereiche und potenzielle kunden
- Daten als schlüssel zum erfolg
- Das stadion als ganzjähriger treffpunkt
Spanische laliga: vereine setzen auf neue geschäftsmodelle und fanerlebnisse
Die Vereine der spanischen LaLiga wandeln sich. Längst verlassen sie das traditionelle Modell, das sich primär auf den Spieltag konzentrierte. Stattdessen entwickeln sie ihre Stadien zu ganzjährigen Geschäftsplattformen. Der Fokus verschiebt sich von reinen Sitzplätzen hin zu Erlebnissen, Beziehungen und der Fähigkeit, 365 Tage im Jahr Geschäfte zu generieren. Eine zentrale Herausforderung: die Personalisierung von Services und der Einsatz von Technologie zur Skalierung.
Ein neuer ansatz für hospitality im spanischen fußball
Die Diskussionen auf dem Event „La transformación del hospitality en el fútbol español“, organisiert von 2Playbook Talks in Zusammenarbeit mit Guestin, zeigten, dass die Verwaltung von VIP-Bereichen, Business Clubs und Sponsorenbeziehungen immer komplexer wird. Fünf Vereine der LaLiga EA Sports und Vertreter der Liga selbst analysierten, wie sie in einem anspruchsvolleren Umfeld arbeiten, das eine höhere Transparenz, Effizienz und Wertschöpfung erfordert.

Der digitale faktor als schlüssel zur differenzierung
„Jeder Gast hat individuelle Ansprüche an Zugang, Service und Erlebnis“, erklärte Pablo Sánchez Marquiegui, Gründer und CEO von Guestin, einer Lösung zur Verwaltung von Gasterlebnissen. Er verwies auf Veranstaltungen wie die Copa América oder die Formel 1, wo die anspruchsvolle Gestaltung von Hospitality erfordert, dass zahlreiche Profile, Produkte und Wege innerhalb einer einzigen Veranstaltung verwaltet werden. „Ohne eine digitale Schicht ist die Verwaltung einer so differenzierten Angebotspalette schlichtweg unmöglich.“

Der business club als basis des vertriebstrichters
Innerhalb von drei Jahren haben die LaLiga-Vereine über 15.000 neue Hospitality-Plätze geschaffen. Der Anteil dieses Publikumssegments ist von 3% auf 4,5% der Stadionkapazität gestiegen. Milos Nenadovic, Leiter der Infrastrukturentwicklung der LaLiga, betonte: „Dieses Wachstum ist entscheidend, um neue Märkte für die Vereine zu erschließen und die Möglichkeiten zur Gewinnung verschiedener Unternehmensprofile zu erweitern, sowie das kommerzielle Angebot zu stärken.“ Andere Ligen weisen sogar Anteile von bis zu 8% auf.

Von vip-produkten zu erlebnis-ökosystemen
Der Business Club hat sich als Basis des Vertriebstrichters etabliert und ist eine der wichtigsten Wachstumstreiber für Hospitality. „Vor drei Jahren hatten nur 18 von 42 Vereinen einen Business Club; heute sind es bereits 32“, so Nenadovic. „Früher gab es nur die Haupttribüne und die Logen. Heute sprechen wir von Zwischenprodukten und Erlebnissen, die auf verschiedene Profile zugeschnitten sind. Nachhaltiges Wachstum erfordert die Diversifizierung des Angebots und die Bereitstellung unterschiedlicher Antworten auf unterschiedliche Bedürfnisse.“

Vernetzte bereiche und potenzielle kunden
Vereine wie der RCD Mallorca betonen die Bedeutung des Business Clubs als Zugangstor zum B2B-Ökosystem. Rubén Forcada, Commercial Director, erklärte: „Der Business Club ermöglicht einen einfacheren Zugang durch erschwinglichere Gebühren, wodurch wir Beziehungen aufbauen und Unternehmen langfristig an den Verein binden können.“ Ziel ist es, dass Marken während der gesamten Saison Veranstaltungen im Stadion durchführen und an den Club-Sitzungen teilnehmen.

Daten als schlüssel zum erfolg
Die Digitalisierung ist nicht nur eine Frage der Quantität, sondern auch der Qualität. Die Technologie befreit die Teams von operativen Aufgaben, damit sie sich auf die persönliche Beziehung zu Unternehmen konzentrieren und segmentiertere, personalisierte Hospitality-Programme entwickeln können. Die Vereine sind sich einig, dass Daten der Schlüssel sind, ebenso wie die Frage, wer sie verarbeitet und in welchem Zeitrahmen. Die Personalisierung ist nur möglich, wenn jede Interaktion und jeder Gast nachverfolgt werden können, was die wahrgenommene Wertigkeit des Hospitality-Angebots beeinflusst.

Das stadion als ganzjähriger treffpunkt
Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig: Das Stadion muss von einem Ort der punktuellen Nutzung zu einem operativen Asset für das ganze Jahr werden. Dies wird durch die engere Zusammenarbeit mit Partnern ermöglicht, die dazu beitragen, Aktivitäten auch außerhalb der Spieltage zu generieren. „Wir wollen, dass sich Unternehmen das ganze Jahr über wie zu Hause im Stadion fühlen“, fasst Rubén Forcada zusammen. Milos Nenadovic ergänzt, dass Stadien bereits direkt mit Hotels und Kongresszentren konkurrieren.
