Spaniens junioren-fluch in roland garros: letzte hoffnung esquiva verabschiedet sich mit 0-6, 2-6
Spanien geht leer aus
. Nach nur vier Tagen hat die rote Armada ihr letztes Juwel verloren – und das mit einer brutalen Nullnummer. Charo Esquiva, 18, verlässt die Anlage 14 im Bois de Boulogne mit Tränen und dem bitteren Wissen, dass ihre Juniorinnen-Karriere mit einem K.o. endet.Schwarze null in paris
Kurz vor 15 Uhr Ortszeit trat die Alicantinerin an. Fünfzig Minuten später lag der erste Satz mit 6-0 in der Tasche der Tschechin Jana Kovackova. Kein Spanier, keine Spanierin mehr im Einzel – die Statistik spuckt eine klare Null aus. Vor fünf Jahren waren es noch drei Viertelfinalisten, heute nur noch Schatten.
Die Vorhand von Kovackova schnitt wie ein Rasiermesser durch Esquivas Defensive. Die Vorhand-Cross, das eigentliche Markenzeichen der Spanierin, landete einmal nach dem anderen im Netz. Acht Spiele in Folge verlor sie, bevor sie endlich auf die Anzeigetafel kam. „Ich habe versucht, aggressiver zu werden, aber sie war einfach überall“, murmelte Esquiva später in gebrochenem Französisch.

Ein aufbäumen, das nicht reicht
Dann kam der Moment, der die Zuschauer aufschrecken ließ. 2-2 im zweiten Satz – Esquiva schlug zwei Winner in Serie und plötzlich glaubte sogar der spanische Teamchef kurz an das Wunder. Doch Kovackova antwortete mit einem Return-Winner auf die Grundlinie. Die Tschechin, vierte Setzposition und bereits als „neuer Krejčíková“ gehandelt, schlug erbarmungslos zu. 6-2 – Ende.
Für Esquiva bricht nun eine Ära ab. Kein Juniorinnen-Grand-Slam mehr, kein Säuglingsalter des Profisports. Ab Montag trainiert sie in Barcelona mit dem Team von Garbiñe Muguruza, das sie „Charo die Kriegerin“ nennt. Die Rechnung bleibt offen: 0 Siege, 6 Niederlagen in diesem Jahr auf der Junior-Tour. Ein Schnitt, der selbst Hartgesottene schlucken lässt.

Tschechien liefert das nächste genie
Während Spanien trauert, feiert Tschechien. Kovackova trifft nun auf die Russin Alisa Oktiabreva, eine weitere 17-Jährige mit Grand-Slam-Träumen. Das Mädchen aus Prag hat im Trainingslager in Prostějov schon gegen Markéta Vondroušová gespielt – und Sätze geholt. „Sie hat dieses Etwas, was man nicht trainieren kann“, sagt ihr Coach Pavel Složil.
Die Bilanz nach vier Tagen Roland Garros: Spanien ohne Nachwuchs, Tschechien mit neuem Ass. Und Charo Esquiva? Sie packt ihre Schläger ein, wischt sich die Tränen ab und weiß: In zwei Wochen startet die ITF-Women's-Tour in Madrid. Dort gibt es kein Netz, das höher ist als ihre Träume.
