Spanien vor wm-duell: höhenluft und fitness-risiko!

Die Vorbereitung der spanischen Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft gleicht einem Balanceakt auf dünner Luft. Von La Coruña, wo sie noch auf Meereshöhe gegen Irak spielten, geht es in vier Tagen nach Puebla, Mexiko – eine Steigerung auf 2.135 Meter. Ein Zwischenstopp in Chattanooga, USA, mit 206 Metern Höhe soll die Anpassung erleichtern, doch die Herausforderungen sind immens.

Die physiologischen folgen der höhe

Die Auswirkungen der Höhe auf sportliche Leistungen sind wissenschaftlich unbestritten. Studien zeigen, dass die zurückgelegte Strecke um durchschnittlich 3 bis 9 Prozent sinkt, die Geschwindigkeit um 21 Prozent abnimmt. Der Sauerstoffmangel führt zu einer Reduktion des VO2 max – dem maximalen Sauerstoffverbrauch – um 6 bis 8 Prozent. Das bedeutet schlechtere Erholungspausen, erhöhte Ermüdung, eine stärkere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und eine gesteigerte Wahrnehmung der Anstrengung. Besonders hart trifft es die Mittelfeldspieler, die durch ihre permanenten Sprints und Pressingaktionen den größten Kraftaufwand haben und sich kontinuierlich regenerieren müssen.

Die Tatsache, dass Spanien nur wenig Zeit in Puebla verbringen wird, ist zwar strategisch klug, um die negativen Effekte zu minimieren, doch die Vorbereitung muss perfekt sitzen. Trainer Luis de la Fuente wird am frühen Montagmorgen (deutscher Zeit) eine letzte Generalprobe einspielen, mit einer Elf, die der erwarteten Aufstellung gegen Cabo Verde stark ähnelt. Auch das Testspiel gegen Uruguay wird in die Einschätzung einfließen.

Die Spiele in Atlanta (320 Meter über dem Meeresspiegel) und Guadalajara (1.566 Meter) bieten zumindest eine gewisse Abstufung in der Höhenlage. Die spanische Mannschaft hat während des Trainingslagers in Chattanooga Maßnahmen ergriffen, um den physiologischen Nachteilen entgegenzuwirken, darunter Training in hypoxischen Umgebungen, um den Sauerstofftransport zu optimieren.

Es ist eine Gratwanderung: Zu wenig Anpassung und die Leistung leidet. Zu viel Zeit in der Höhe und die Athleten riskieren eine Überlastung. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Spaniens Trainerteam den richtigen Kompromiss gefunden hat. Die Welt wird sehen, ob die ‚Rojos‘ trotz der Widrigkeiten ihre spielerische Klasse auf den Rasen bringen können.

Ein wettlauf gegen die zeit und die höhe

Ein wettlauf gegen die zeit und die höhe

Die Frage ist nicht, ob Spanien die Höhe meistern kann, sondern wie schnell. Denn im WM-Fußball zählt jede Sekunde, jeder Atemzug. Und die Konkurrenz schläft nicht.