Spanien stürmt ins bronzen-duell: karate-team kämpft in frankfurt um medaillen-rekord
Die spanischen Kata-Teams schrammten haarscharf am Finale vorbei – jetzt greifen sie nach dem nächsten Edelmetall. Am Sonntag verwandelt sich der Frankfurter Messe-Floor in eine Schicksals-Arena: Drei Bronzekämpfe, eine Gold-Chance, ein Kontingent, das die Delegación de oro vor Jahresfrist in Armenien kaum für möglich gehalten hätte.
Die männer revanchieren sich gegen polen
Raúl Martín, Iván Martín, Alejandro Galán und Antonio Lozano fegten zunächst Ungarn mit 7:0 und Montenegro mit 6:1 vom Tatami. Im Halbfinale schlug Turkiye zurück – 3:4, ein Punkt, der zwischen Triumph und Trauer schwankte. Nun warten die Polen. Wer das Match live im Stream verfolgt, wird sehen, ob die Vier den Schwung der Vorrunde wiederfinden oder ob die Niederlage gegen die Türken noch in den Gliedern nagt.
Bei den Frauen lief es ähnlich dramatisch. Carla Guardeño, Irene Yao und Paola García – letztere steht bereits in der Einzel-Finale – zerlegten Turkiye 6:1 mit der Kata „Papuren“. Gegen Italien setzten alle auf „Chatanyara Kushanku“, doch die Jury tippte 5:2 für die Transalpinen. Jetzt heißt der Gegner Montenegro, ein Match, das Spanien vor zwölf Monaten noch locker gewann. Die Geschichte droht sich zu wiederholen – oder zu wenden.

Kumite-kracher: nieto trifft auf europameisterin
Isabel Nieto (-68 kg) ist die letzte Hoffnung im Vollkontakt. Die Madrilenin traf sich in der Vorrunde bereits auf die amtierende Champion Ema Sgardelli und verlor knapp. Weil die Kroatin das Finale erreichte, rutschte Nieto durch die Repêchage zurück ins Bronzegeschäft. Am Nachmittag tritt sie gegen eine unbekannte Kontrahentin an – ein Neuanfang, der nur drei Minuten dauern kann.
Zuvor hatten Mireia Vizuete (-50 kg) und Unai Chica (-60 kg) dieselbe Schiene bis zur Repêchage genagelt, doch dort endete der Traum mit einem K.o. gegen Patricia Nastas bzw. Nedim Shaquiri. Ruth Lorenzo verlor 0:1 gegen Nejra Sipovic, die später in Rom Premieren-Gold holte – ein Trost, der kaum schmeckt.

Live-timer läuft: neue hoffnung im team-kumite
Während die Kata-Athleten noch auf die Matte warten, starteten die Kumite-Teams gerade in die ersten Ausscheidungen. Spanien meldet sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen komplette Formationen an. Die Staffel gilt als Geheimfavorit: schnelle Beine, enge Deckung, ein Trainerstab, der Daten bis ins Detail analysiert. Wer jetzt einsteigt, sieht vielleicht den nächsten Medaillen-Moment live – bevor die sozialen Kanäle ihn zerreißen.
Die Bilanz nach zwei Wettkampftagen: zwei gesicherte Bronzekämpfe, eine Gold-Chance, vier knapp verpasste Podeste. Die Delegación reist nicht mit leeren Händen nach Hause – sie reist mit offenen Rechnungen. Und mit dem Wissen, dass in Frankfurt nicht nur Metall zählt, sondern auch Ranglistenpunkte für Paris 2028. Wer heute trifft, baut sich ein Fundament für Olympia. Wer verliert, beginnt von null – mit dem Adrenalinstoß, der Spaniens Karate seit jeher antreibt.
