Spanien stolpert in test gegen irak – wm-einsatz von yamal ungewiss!
La Coruña – Ein Remis, das Fragen aufwirft: Spanien, frisch gekrönter Fußball-Europameister, musste sich am Donnerstag in La Coruña mit einem 1:1 (1:1) gegen den WM-Teilnehmer Irak begnügen. Trotz früher Führung und einer dominanten Anfangsphase offenbarte das Team von Luis de la Fuente deutliches Steigerungspotenzial vor dem großen Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

Fehlende zahnräder im offensivspiel
Die Absenz von Starspieler Lamine Yamal, der sich kurzfristig mit einer Oberschenkelverletzung zurückziehen musste, war zweifellos spürbar. Pedri, Rodri und Nico Williams fehlten ebenfalls. Doch auch mit dem vorhandenen Kader fand das spanische Spiel oft nicht die gewohnte Dynamik. Alejandro Grimaldo zeigte zwar von Beginn an Engagement, aber die Kreativität im Mittelfeld ließ zu wünschen übrig. Ferran Torres brachte Spanien in der 16. Minute in Führung, doch der Irak konterte nur elf Minuten später durch Merchas Doski, der einen Fehler in der spanischen Abwehr eiskalt ausnutzte. Joan Garcia im Tor hatte bei diesem Gegenziel keine glückliche Figur abzugeben.
Torres’ Latte und die Rotation von de la Fuente
Vor der Pause verfehlte Torres mit einem Lattenschuss knapp die Möglichkeit, die Führung wiederherzustellen. Nach dem Seitenwechsel setzte de la Fuente auf eine umfassende Rotation mit elf Wechseln in der zweiten Halbzeit. Das Ergebnis: Ein verunsicherter Spielfluss und Schwierigkeiten, die Kontrolle über das Spiel zu behalten. Die Iraker, die sich als letztes Team für die WM qualifiziert hatten, zeigten dabei eine bemerkenswerte Moral und kämpften um jeden Ball.
Die nächste Bewährungsprobe für die spanische Nationalmannschaft steht bereits am Dienstag an. Im Estadio Cuauhtémoc in Puebla/Mexiko trifft man auf Peru. Dort soll Yamal, sofern seine Verletzung verheilt ist, ebenfalls zum Einsatz kommen. Die Gruppe H bei der WM mit Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay verspricht eine interessante Herausforderung. Der Irak trifft in seiner Gruppe I auf Norwegen, Frankreich und Senegal – einiges an Hürden muss das Team von Trainer Radhi Shennach wohl erst überwinden.
Für den Irak, der nach 1986 zum zweiten Mal an einer Weltmeisterschaft teilnimmt, ist die WM-Teilnahme ein großer Erfolg. Doch gegen starke Gegner wie Frankreich wird es schwer, Punkte zu erzielen. Spanien hingegen muss sich nun fragen, ob die Rotation und die fehlenden Stars wirklich die Ursache für das schwache Spiel gegen den Irak waren oder ob tieferliegende Probleme im Spielzug vorhanden sind. Die Antwort wird entscheidend sein, um bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada zu überzeugen. Die Zahlen lügen nicht: Spanien hatte 68% Ballbesitz, brachte aber nur 12 Schüsse aufs Tor – ein Zeichen für fehlende Durchschlagskraft im Angriff.
