Spanien explodiert: 4-0 gegen saudi-arabien – die wut als turbo
Das hätte Luis de la Fuente nicht erträumen können: Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Cabo Verde glich die Furor roja einer gespannten Waffe. 90 Minuten später lag Saudi-Arabien am Boden, die Kritiker waren verstummt – und die Mannschaft hatte sich selbst wiedergefunden.
Die „gebrannten“ jungs liefern ab
„Gebrannt und gereizt – das motiviert mehr als jede Lobeshymne“, hatte der Coach vorab gesagt. Er sollte recht behalten. Die Taktik lautete: Tempo, Tempo, Tempo. De la Fuente drehte an vier Stellen am Rad, setzte auf Porro, Fabián, Lamine Yamal und Baena – und sah ein Spanien, das endlich wieder Spaß an sich selbst hatte.
Oyarzabal, gegen Cabo Verde noch Phantom, traf doppelt und legte auf. Seine Bilanz nach 30 Minuten: zwei Tore, eine Vorlage, ein breites Grinsen. „Gestern musste ich das Spiel suchen, heute durfte ich es bestimmen. Am Ende zählt nur, dass wir zurück sind“, sagte er und schob die Diskussion beiseite wie einen lästigen Nebenmann.

Krisenstimmung? eher kraftraum
Hinter den Kulissen hatte Unai Simón nach dem Auftaktspiel erste Beruhigungspillen verteilt. Mikel Merino schmetterte den Satz der Woche: „In guten Zeiten redet jeder von Familie. In schlechten beweist man es.“ Das Trio Simon-Oyarzabal-Merino zimmerte aus Kritik und Zweifeln einen Katalysator, der die Kabine elektrisierte.
Alex Baena, frisch von Atlético in die Startelf befördert, zog die Schlagzeilen an sich: „Ihr in der Presse verbreitet Stimmung, wir verbreiten Tore.“ Lamine Yamal, 17 Jahre jung, machte es vor. Sein erstes WM-Tor war ein Statement: „Ein Remis, von dem du weißt, dass es nicht reicht – das brennt.“

Laminés flügel vernichten saudi-arabiens deckung
Während der Gegner noch nach Luft schnappte, schraubte sich Yamal auf Höhe 4-0. Seine Direktdribblings rissen Lücken, seine Hereingaben fanden keine Adresse, sondern ein Ziel. Dani Olmo fasste die Lage nach dem Schlusspfiff zusammen: „Lärm ist Außenbordmotorengeräusch. Wir sind der Rumpf, der durch die Welle pflügt.“
Spanien ist wieder da – nicht als harmlose Ballbesitzmaschine, sondern als Abgesang auf die Langeweile. Und wenn De la Fuente seine „Gebrannten“ so weiter schürt, wird das Turnier noch lange von Rot geprägt sein.
