Sorloth-hass: wm-debakel eskaliert – spieler erhält morddrohungen!

Die Freude um das überraschende WM-Viertelfinale Norwegens ist einer Welle des blanken Hasses gewichen. Nach dem verlorenen Spiel gegen England und einer vergebenen Großchance ist Stürmer Alexander Sorloth zum Ziel gnadenlosen Online-Mobs geworden – bis hin zu Morddrohungen. Eine Situation, die die Fußballwelt erschüttert.

Die vergebene chance, die alles veränderte

Die vergebene chance, die alles veränderte

Der Moment, der diese Eskalation auslöste, war in der 43. Spielminute. Bei einem Stand von 1:0 für Norwegen bot sich Sorloth, der ehemalige Bundesliga-Profi, eine ideale Kontersituation. Statt den freistehenden Stürmerkollegen Erling Haaland anzuspielen, entschied er sich für einen eigenen Abschluss – und scheiterte. Nur zwei Minuten später gelang Jude Bellingham der Ausgleich für England, und das norwegische Märchen war abrupt beendet. Dieser eine Moment scheint nun als Katalysator für die unvorstellbare Wut einiger Fans gewirkt zu haben.

Die Hassnachrichten, die Sorloth und seine Familie erreichen, sind von unvorstellbarer Brutalität. Seine Freundin Lena Selnes veröffentlichte am Sonntag einen Ausschnitt der Bedrohungen, die unter anderem den Wunsch nach seinem Tod und sogar Suizid beinhalten. „Die Weltmeisterschaft und der Fußball bringen viel Freude, aber auch viel Hass“, schrieb sie. „Eigentlich möchte ich dem keine Beachtung schenken, aber nach solchen Kommentaren muss ich es tun.“

Die Eskalation geht weiter: Bereits nach dem Ausscheiden Kolumbiens gegen die Schweiz gab es ähnliche Drohungen gegen Jaminton Campaz, der ebenfalls eine Großchance vergeben hatte. Die Tatsache, dass zwei Spieler innerhalb kurzer Zeit mit solch extremen Konsequenzen für ihre Leistungen konfrontiert werden, wirft ein beunruhigendes Licht auf die Schattenseiten der modernen Fußballkultur.

Sorloth selbst äußerte sich nach dem Spiel selbstkritisch. „Es ist hart. Es gibt Dinge, bei denen man sich wünscht, man hätte es besser gemacht“, sagte der 30-Jährige. Der Appell seiner Freundin Selnes richtet sich an alle, die sich zu solchen verbalen Attacken hinreißen lassen: „Ich hoffe, dass jeder, unabhängig von der Situation, ein wenig mehr nachdenken kann, bevor er solche Kommentare abgibt.“

Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorfälle eine Debatte über den Umgang mit Fehlern und die Grenzen respektvoller Kritik im Sport anstoßen. Denn die aktuelle Entwicklung, bei der Sportler für ihre Leistungen mit existenziellen Drohungen bedroht werden, ist nicht länger hinnehmbar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, doch die Wurzeln dieses Hasses liegen tiefer – in einer Kultur, in der Anonymität im Netz zu einer Enthemmung führt und die Grenzen des Sagbaren verschwimmen.