Sorloth: vom nemesis zum geheimwaffen des juve-sturms?

Ein Jahr ist es her, dass Alexander Sorloth der italienischen Nationalmannschaft den ersten Dämpfer bei der EM zugefügte. Luciano Spalletti, nun selbst an der Seitenlinie der Juventus, hat diesen Moment nicht vergessen und plant bereits akribisch, wie der norwegische Stürmer zu seiner neuen Geheimwaffe werden kann. Die Frage ist nicht, ob Sorloth in Turin einschlagen wird, sondern wie Spalletti seine Qualitäten optimal einsetzen wird.

Drei optionen für den juve-angriff

Drei optionen für den juve-angriff

Die Erinnerung an das Länderspiel in Oslo ist noch frisch: Sorloth, damals unter anderem von Haaland unterstützt, brachte die norwegische Auswahl in Führung und markierte den Beginn eines desaströsen Abends für die Azzurri. Spalletti beobachtete das Spiel aufmerksam und erkannte das Potenzial des Athleten, der nicht nur über eine beeindruckende Physis (1,96 Meter) verfügt, sondern auch überraschend beweglich und torgefährlich ist.

Spalletti hat drei taktische Konzepte in Betracht gezogen, um Sorloth in das Juve-Spielsystem zu integrieren. Die naheliegendste Lösung ist seine Positionierung als alleiniger Mittelstürmer im bewährten 4-2-3-1-System, das die Bianconeri in dieser Saison erfolgreich eingesetzt haben. Hier könnte Sorloth mit seinen körperlichen Vorteilen die Abwehrreihen der Gegner vor Probleme stellen, gleichzeitig aber auch durch seine überraschende Schnelligkeit und sein gutes Positionsspiel Räume für McKennie und Co. schaffen. Das „Aufraeumen“ vor dem Tor, wie wir es von ihm im Nationalteam kennen, könnte zudem wichtige Entlastung für das Mittelfeld bedeuten.

Doch Spalletti denkt größer. Er sieht in Sorloth nicht nur einen Stoßstürmer, sondern auch einen flexiblen Angreifer, der in Kombination mit einem anderen Top-Stürmer wie Randal Kolo Muani noch gefährlicher sein könnte. Sollte Kolo Muani nach Turin zurückkehren, könnte Spalletti auf eine Doppelspitze setzen, ähnlich wie in der norwegischen Nationalmannschaft, wo Sorloth regelmäßig mit Haaland harmoniert. Ein 4-4-2 mit Yildiz auf dem linken Flügel und McKennie als dynamischem „Balancer“ auf der rechten Seite wäre denkbar, wobei Sorloth und Kolo Muani die gegnerischen Abwehrreihen vor eine schier unlösbare Aufgabe stellen würden. Eine weitere Option wäre ein 4-3-2-1, in dem Sorloth von Yildiz und Kolo Muani unterstützt wird – eine taktische Flexibilität, die dem Juve-Angriff neue Impulse verleihen könnte.

Die Vielseitigkeit von Sorloth ist sein größter Trumpf. Er kann als alleiniger Stoßstürmer glänzen, aber auch als Teil einer Doppelspitze oder als unterstützender Angreifer seine Qualitäten unter Beweis stellen. Spalletti hat die Aufgabe, das richtige System zu finden und Sorloth in die bestmögliche Position zu bringen.

Die Verpflichtung von Sorloth ist mehr als nur ein Transfer; sie ist ein Statement von Spalletti, der den einstigen Nemesis in eine Waffe verwandeln will. Die Fans in Turin dürfen gespannt sein, ob der Italiener sein Versprechen einlösen kann.