Soncin: italien auf dem weg zum wm-titel – „ein privileg, diese frauen zu trainieren!“,

Andrea Soncin, der Coach der italienischen Nationalmannschaft der Frauen, blickt selbstbewusst auf die entscheidenden Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Seine Worte klingen nicht nach Routine, sondern nach einer tiefen Leidenschaft und dem festen Glauben an das Potenzial seines Teams. Der ehemalige Stürmer, einst gefürchtet als „Cobra“ im Strafraum, hat seine taktische Schärfe nun auf die Förderung einer neuen Generation von Fußballerinnen konzentriert.

Die balance zwischen talent und strategie

Die balance zwischen talent und strategie

Soncin versteht sich als eine Art „Schneider“ und „Koch“, der jede Spielerin individuell betrachtet und ihre Stärken optimal einsetzt. Es geht darum, die Persönlichkeiten zu vereinen und gleichzeitig die individuellen Ambitionen zu beflügeln. Das klare Ziel: Brasilien 2027. Die bevorstehenden Duelle gegen Serbien und Schweden sind dabei alles andere als Selbstläufer – die Straße zum WM-Ticket ist steinig, aber keineswegs unpassierbar.

Die letzten 180 Minuten werden entscheidend sein. Soncin betont jedoch, dass die Energie und der Glaube an die eigene Stärke im Team allgegenwärtig sind. „Wir wollen die Weltmeisterschaft!“, verkündet er mit Nachdruck. Er spricht von einer „sehr entschlossenen“ Mannschaft, die bereits ihre Dominanzstärke bewiesen hat. Doch es geht um mehr als reine Ergebnisse. Soncin möchte eine Spielphilosophie etablieren, die über die reine Leidenschaft hinausgeht – eine Spielweise, die taktische Finesse und technisches Können vereint.

„Die eigentlichen Protagonisten dieses Wandels sind die Spielerinnen selbst“, so Soncin. Er sieht es als seine Aufgabe, den Rahmen zu schaffen, in dem sich jede Spielerin optimal entfalten kann. Geduld und Detailgenauigkeit sind dabei seine wichtigsten Werkzeuge. Er hat sich der Herausforderung gestellt, seine Spielerinnen zu Höchstleistungen zu motivieren, und hat dabei gelernt, noch mehr Wert auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche jedes einzelnen Mitglieds des Teams zu legen.

Die Frage, ob das weibliche Fußball in Deutschland noch wächst, beantwortet Soncin mit einem klaren Ja. Er sieht eine zunehmende Anzahl an talentierten Spielerinnen, die den Kader bereichern und die Qualität der Mannschaft insgesamt steigern. Die Investitionen in den Jugendfußball zeigen bereits jetzt Früchte.

Soncin hat in seiner Karriere gelernt, dass der Mensch im Mittelpunkt steht – das gilt vor allem für den Fußball. Er betont, dass die Träume, Wünsche und Ambitionen jedes Einzelnen berücksichtigt werden müssen, um das Beste aus ihm herauszuholen. Mit Blick auf die Zukunft wünscht er sich eine noch größere Anerkennung für den Frauenfußball, mit Spielen in den Stadien der Bundesliga und einer Nationalmannschaft, die von einem begeisterten Publikum gefeiert wird. Ein Zeichen dafür, dass es immer mehr junge Mädchen gibt, die davon träumen, eines Tages selbst auf dem Platz zu stehen.

„Jetzt geht es darum, nach Brasilien zu fahren. Was dann in zehn Jahren passiert, sehen wir dann“, schließt Soncin mit einem entschlossenen Blick in die Zukunft. Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft ist groß, und der italienische Frauenfußball steht bereit, Geschichte zu schreiben.