Söder feuert nagelsmann an: „keine politik, packt die bayern rein“
Markus Söder hat den DFB aufgefordert, die Handbremse zu ziehen. Der bayerische Ministerpräsident warnt eindringlich vor einem Repetition der Katar-Polit-Show und schickt Julian Nagelsmann gleich eine Münchner Wunschliste hinterher.
„Mein Rat: so wenig Politik wie möglich. Wir haben das jetzt einmal in Katar erfolglos gemacht. Nicht zweimal bitte“, sagte der 59-Jährige bei der Premiere des Films „Ein Sommer in Italien – WM 1990″ gegenüber t-online. Die Ansage trifft mitten ins Schwarze. 2022 platzte der Selbstzweck-Debatten-Knall auf dem Rasen, das Team platzte in der Vorrunde. Für Söder ist klar: Die Leichtathletik-Auswahl soll in den USA, Kanada und Mexiko endlich wieder Leichtathletik spielen.
Söders favoriten: rekordmeister statt experiment
Der CSU-Chef, seit Jahrzehnten in der Franken-Kurve zu Hause, macht keinen Hehl aus seiner Lieblingsformation. „Meine Empfehlung ist, so viel FC Bayern wie möglich. Weil die sind eingespielt und die beste Mannschaft in Deutschland“, poltert er. Alles andere wäre „ein Fehler“, denn „Deutschland war immer am besten, wenn es Blöcke gab“. Die Logik ist simpel: Wer in München trainiert, kennt sich blind. Wer sich blind kennt, braucht keine Sonderbeauftragten für Klima, Menschenrechte und Trikot-Farben.
Dabei spielt Söder seine Karte nicht erst seit gestern. Schon vor der EM hatte er die Bayern-Fraktion hochgejubelt. Nun, da die WM quer über drei Zeitzonen und Klimazonen verstreut ist, wirkt seine Mahnung wie ein taktischer Befehl aus der Kabine. Die Reisedistanz zwischen Vancouver und Mexiko-Stadt beträgt 4.300 Kilometer – da hilft nur eine eingeschweißte Truppe, keine Pressesprecher-Runde.

Die politische mine wartet schon
Die drei Gastgeber liefern reichlich Zündstoff: Arbeitsrechte in Katar waren gestern, heute sind es Abtreibungsgesetze, Waffenhandel und Olympia-Boykott-Stimmen. Söder will das Feld räumen. „Ich wünsche sehr, dass die Mannschaft diesmal frei aufspielen kann und nicht wieder 1.000 politische Ratschläge aus Deutschland bekommt“, sagt er. Die Zahl ist keine Übertreibung. In Katar schaltete sich sogar das Auswärtige Amt ein, als die Kapitänsbinde in den Farben der Regenbogen-Flagge verboten wurde.
Für Nagelsmann bedeutet das: Er muss nicht nur eine Startelf finden, sondern auch eine Kommunikationsstrategie, die den Ball flach hält. Die Fans sind längst gespalten. Die einen fordern Einsatz für Menschenrechte, die anderen wollen endlich wieder den dritten Stern. Söder positioniert sich klar auf Seiten der Zweiten. Seine Rechnung: Je weniger Pressekonferenzen über Boykotte, desto mehr über Ballbesitzzahlen.
Die Entscheidung liegt jetzt beim Bundestrainer. Er kann auf die Münchner Achse setzen – oder sich gegen den bayerischen Machtpolitik stellen. Die Uhr tickt. In 90 Tagen geht’s los. Dann zählt nur noch das Ergebnis, nicht die Absichtserklärung.
